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Mit welchem Ballkleid möchten Sie heuer tanzen?

Modemacher und Designerinnen des Landes verraten, was die Damen auf den Bällen in dieser Saison tragen werden.

Mit welchem Ballkleid möchten Sie heuer tanzen?

Blumen-Robe von Gottfried Bild: Thomas Smetana

Mit dem heutigen Faschingsbeginn startet auch die Ballsaison ganz offiziell. Spätestens jetzt ist Zeit, sich über das Ballkleid Gedanken zu machen. In den Schneider-Ateliers wird jedenfalls schon fieberhaft gesteckt, genäht und anprobiert. Die ersten Trends werden sichtbar.

"Die Oscar-Verleihungen sind immer ein guter Anhaltspunkt: Und da hat man heuer sehr viele goldene Roben und metallische Stoffe gesehen", sagt Margit Angerlehner, Designerin aus Oftering und Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft. Ebenso ein heißes Thema: Transparenz. "Es gibt Tüll in allen Variationen, Samt bleibt ein Thema und auch die opulenten Brokatstoffe", sagt sie. "Die Samtstoffe haben einen schimmernden Glanz, da spiegeln sich verschiedene Schattierungen in Grün und Petrol im Licht", sagt Sabine Karner, Designerin aus Wien.

Mit welchem Ballkleid möchten Sie heuer tanzen? Mit welchem Ballkleid möchten Sie heuer tanzen?

Bunte Stoffe mit Blumenmuster – so beschreibt der Linzer Modemacher Gottfried eine völlige Neuheit in dieser Ballsaison. "Diese Stoffe waren früher eher für Sommerkleider bestimmt, jetzt sind sie balltauglich. Vor allem mit weiten Röcken, die an die Sixties erinnern." Diese beschwingten Roben sind nicht nur schön, sondern auch gut für die Bewegungsfreiheit der Tänzerinnen. Wenn es zum Anlass passt, darf es auch ein Cocktailkleid oder ein Overall sein.

"Die Roben sind auf jeden Fall sehr opulent, es gibt viele Stickereien und auch Fransen aus Perlen", sagt Fatma Sahin, Designerin von Moon Dress in Linz.

Mit welchem Ballkleid möchten Sie heuer tanzen?

Neben dem ewigen Schwarz leuchten Farben wie Royalblau, Pinktöne und Rot. "Bei Rot muss man sich aber bewusst sein, dass das eine Signalfarbe ist, die in Erinnerung bleibt. Das muss man sich auch trauen", sagt Angerlehner. "Auch ein helles Zitronengelb ist heuer voll angesagt. Das passt vor allem dunkelhaarigen Frauen extrem gut", sagt Gottfried. Andere zarte Töne wie Hellblau, Altrosa und Ecru (Wollweiß) hat Fatma Sahin im Programm.

Mit welchem Ballkleid möchten Sie heuer tanzen?

Viele Stoffe sind gemustert, bestickt und bedruckt. "Ich arbeite mit Haute Couture Stoffen, daraus entstehen Kleider wie Skulpturen", sagt Maria Wolfsteiner, Designerin aus Hartkirchen. Ihr Markenzeichen: der dramatische Kragen. "Nicht nur um die Arme zu bedecken sind heuer auch lange Ärmel in Mode", sagt Angerlehner. "Sie sind schmal, oft transparent und sehen wirklich toll aus."

 

Was der Zeremonienmeister des Opernballs denkt

 

Etikette gefragt: Die Berichte über sexuelle Belästigungen haben einmal mehr gezeigt, dass unser Zusammenleben enorme Defizite aufweist. Für den Benimmexperten und Zeremonienmeister des Wiener Opernballs, Roman Svabek, liegt dies vor allem daran, dass uns ein Regelwerk abhanden gekommen ist, das über lange Zeit hinweg den Umgang der Menschen bestimmt hat: Die Etikette. „Im Grund genommen geht es darum, den anderen so zu akzeptieren, wie er ist – und ihm mit Respekt zu begegnen. Das Miteinander verlangt Rücksichtnahme gegenüber der Mitmenschen“, sagt Svabek. Die Etikette ist – natürlich auch zwischen den Geschlechtern – die Umsetzung dieses Respekts. „Nur haben wir sie leider verloren“, beklagt der Tanzlehrer.

Küss die Hand: Um seinen mitunter ungezogenen Mitmenschen ein bisschen Benimm-Nachhilfe zu geben, hat Svabek das frisch erschienene Buch „Küss die Hand“ (Amalthea Verlag) geschrieben. Darin findet sich die zeitlose Schule des guten Benehmens humorvoll umgelegt auf das 21. Jahrhundert. „Wichtig ist, dass man die Etikette kennt. Ob man sich daran hält, muss jeder selbst entscheiden“, erklärt er.

Gute Umgangsformen beginnen mit Kleinigkeiten wie Grüßen und Türe öffnen. Ein großes Thema ist selbstverständlich der Umgang der Geschlechter miteinander. Denn so verstaubt die Etikette auch anmuten mag, sie hat Frauen auch geschützt. Bestes Beispiel dafür sind Ballnächte, die schon früher sehr wild sein konnten. „Tanzen hat ja eine starke sexuelle Komponente. Es gibt einen Grund, weshalb etwa der Walzer lange Zeit verboten war“, erklärt Svabek. Dennoch war klar geregelt, wo die Hand eines Mannes nichts verloren hatte. Auch wenn Frauen an einen Falschen geraten konnten, man habe prinzipiell aufeinander aufgepasst.

Benimm lernen: Der Umgang der Geschlechter miteinander ist auch ein großes Thema in den Jugendkursen in der Tanzschule von Svabek. „Die Jugendlichen lernen einander oft nur mehr über Dating-Apps kennen und wissen gar nicht, wie sie sich in der realen Welt verhalten sollen.“ Eines hat sich aber nicht verändert: Egal wie abgebrüht und cool sich die jungen Leute geben, „in Wahrheit wollen alle wie Kate und William sein“.

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Artikel Claudia Riedler 11. November 2017 - 00:04 Uhr
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