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In der Lederhose der Hitze trotzen

Stilfragen: Was macht eine echte Lederhose aus? Können auch Frauen Lederhosen tragen? Bei welchen Anlässen passt der Lederhosen-Style? Wie „speckig“ darf sie sein?

In der Lederhose der Hitze trotzen

Lederhosen sind ideal für den Sommer, sie passen sich der Temperatur an. Bild: Paschinger

„Unsere Lederhosen haben nichts Künstliches an sich. Sie sind aus Hirschleder und werden sämisch gegerbt, also mit Fischtran“, sagt Andreas Paschinger aus Gmunden. Er ist einer der wenigen, die Lederhosen noch von Hand erzeugen. Wenn da Chemie dabei wäre, würde das Leder „zumachen“. Natürlich gegerbt sind die Hosen atmungsaktiv, passen sich der Körpertemperatur an. „Sie schützen vor der Hitze und wärmen, wenn es kalt ist“, sagt Paschinger und erklärt: „Die Qualität einer Lederhose hängt nicht vom Tier ab, sondern von der Gerbung.“

Nach der Gerbung ist das Leder gelb und wird gefärbt. „Wir verwenden Naturfarben, gefärbt wird nur die Oberfläche. Entweder gespritzt oder wieder mit der ganz alten Methode des Bürstens“, sagt der gelernte Säckler. Die aufzunähenden Teile werden zunächst mit Mehlpapp angeklebt. „Das hält erstaunlich gut“, sagt Paschinger. Seine handgefertigten Lederhosen gibt’s ab 1300 Euro, mit Handstickerei ab 2000 Euro.

Lederhosen haben ihren Preis

Wenn sie nicht sämisch gegerbt sind, dann sind die Lederhosen im heimischen Fachhandel mit Chrom gegerbt. „Rund 80 Prozent sind chromgegerbt. Meist sind diese aus Wildbock-Leder, das stammt von wild lebenden Ziegen“, sagt Markus Egger vom gleichnamigen Trachtengeschäft aus Unterweißenbach. Seine Erfahrung: Hochwertige Tracht und Lederhosen werden wieder verstärkt nachgefragt. Ab etwa 200 Euro sind maschinengefertigte Lederhosen bei ihm zu haben.

„Wer glaubt, man kann um 60 oder 70 Euro hochwertige Lederhosen bekommen, täuscht sich gewaltig“, sagt Egger. Diese „Billigware“ komme beispielsweise aus Pakistan und man wisse nicht, mit welchen Mitteln die Lederhosen gegerbt und gefärbt wurden.

Eine echte Salzkammergut-Lederhose endet knapp oberhalb des Knies. „Sie hat vier Knöpfe auf der Seite, die Leiste vorne ist rund, der Messersack eckig“, sagt Lederhosenmacher Paschinger. Dazu trage man gestrickte Stutzen, Haferlschuhe, ein Hemd (Pfoad), eine ärmellose Weste, einen Gamsfrack und im Salzkammergut auch Hut.

Modisch interpretiert werden Lederhosen aber längst auch mit Polo- oder T-Shirt, Flip-Flops und Sneakers getragen. Und neuerdings auch von Frauen. „Im Salzkammergut sieht man das nicht so gerne“, sagt Andreas Paschinger. Ihm persönlich gefalle es aber gut, wenn sich das Modell an den Herrenschnitt anlehne. Markus Egger verkauft heuer um ein Vielfaches mehr Damen-Lederhosen als noch vor einigen Jahren. „Nach dem zweiten oder dritten Dirndl greifen viele zur Lederhose“, sagt der Trachtenhändler. Die modischen Lederhosen sind oft farbig oder im Used-Look (zerrissen und mit ausgewaschener Optik) und auch kurz und knackig. Dazu passen Shirts und knappe Blusen.

Das Tolle an einer echten Lederhose: „Man braucht sie nicht zu reinigen, sie reinigt sich durch das Tragen und sieht abgetragen – aber nicht speckig – am schönsten aus“, sagt Paschinger. Flecken solle man aber vom Fachmann entfernen lassen. Und bitte nicht bügeln!

 

Mehr zum Thema: Das Lederhosentreffen in Windischgarsten und Oberösterreichs Trachtenbilder

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Artikel Claudia Riedler 27. Juli 2013 - 00:05 Uhr
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