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Die wunderbare Welt der Zwirnknöpfe

Die alte Tradition des Knopfmachens wird von Sabine Krump aus Ried in der Riedmark wiederbelebt – die bunten Kunstwerke werden bis nach England geliefert.

Die wunderbare Welt der Zwirnknöpfe

Sabine Krump und ihre Knöpfe, die sich auf Blusen genauso gut machen wie auf Taschen, Bettzeug und Ketten. Bild: Krump

Vor einigen Jahren ist der 43-jährigen Mühlviertlerin Sabine Krump im wahrsten Sinn des Wortes der Knopf aufgegangen. Die zweifache Mutter, die sich nach der Karenzzeit mit Auftrags-Stickereien ein wenig Geld dazu verdiente, machte ein Seminar. „Da hab’ ich mich an unsere Familientradition des Knopfmachens erinnert“, sagt sie.

Die Geschichte des Zwirnknopfnähens ist seit Generationen fest verankert: Die Mutter der Mühlviertlerin, die in Ried in der Riedmark lebt, musste schon als Kind mit ihren Geschwistern mithelfen, wenn die Großmutter in Heimarbeit bunte oder einfärbige Zwirnknöpfe herstellte und sich damit einen bescheidenen Zuverdienst erwirtschaftete. „Vor allem im Winter und oft noch vor der Schule wurde damals fleißig genäht. Das Produzieren von Knöpfen gehörte ganz selbstverständlich zum Tagwerk – sowie die Arbeit auf dem Feld.“

„Altes Handwerk bewahren“

„Heute ist es mein Anliegen, dieses alte Handwerk zu bewahren, weiterzuentwickeln und zu lehren“, erzählt sie. „Leider gibt es nur noch eine Handvoll Menschen in Österreich, die Zwirnknöpfe in Handarbeit herstellen können. Zur Zeit unserer Großmütter waren Bettwäsche, Hemden und Blusen mit Zwirnknöpfen versehen.“

2013 hat das Handwerk, das Sabine Krump neben ihrem Teilzeitjob ausübt, einen ganz anderen Stellenwert. Aus Metallringen und Zwirn werden unter ihren Händen „kleine, individuelle“ Kunstwerke. „Anfangs musste ich mich erst einmal auf die Suche nach geeigneten Metallringen machen. Die alten ,Ringerl’ gab es nicht mehr“, sagt Krump. Fündig wurde sie schließlich im Lagerhaus. „Heute verwende ich als Grundlage für die Knöpfe so genannte Traktordichtringe.“

Die Knöpfe werden gewickelt, bewebt und so manches Mal auch noch bestickt. Pro kleinem Kunstwerk braucht Sabine Krump fünf bis 30 Minuten. Verkauft werden die Einzelstücke schon ab einem Euro auf Märkten im Mühlviertel. „Die aufwendigeren Knöpfe kosten zehn Euro.“ Sie werden aber nicht nur für Trachtenkleider verwendet. „Meine Knöpfe schmücken auch Schuhe, Ketten und Blusen. Junge Mädchen verzieren auch ihre selbstgestrickten Hauben damit.“

Die Knöpfe aus dem Mühlviertel werden sogar bis nach England verschickt. „Auch für die Leinenweberei Viehböck in Helfenberg produziere ich – genau so, wie es sich die Kunden wünschen.“ Noch ist das Handwerk für die gelernte Gärtnerin vor allem ein Steckenpferd. Irgendwann aber, so träumt die Künstlerin, „wird es ein eigenes Geschäft mit Knöpfen und Handarbeiten geben, das ich gerne mit einem Kaffeehaus kombinieren würde“.

Ihr Hobby hat sie dazu inspiriert, Bücher zu schreiben. In ihrem ersten Werk „Die Knopfmacherin“ stellt sie den geschichtlichen Bezug zu der Arme-Leute-Arbeit des Knopfmachens her und erklärt die einzelnen Arbeitsschritte. Das zweite Buch „Knöpfe, Kraut und kluge Köpfe“ ist ebenfalls im Eigenverlag erschienen.

Mehr Knopf-Infos: zwirn-knoepfe.jimbo.com und unter [email protected].

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Artikel Barbara Rohrhofer 23. August 2013 - 05:45 Uhr
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