Der Linzer Mikrochirurg Dietmar Hager ist Astrofotograf mit eigener Privatsternwarte und vertritt die österreichische Kommission für das „Internationale Jahr der Astronomie 2009“. Im Kepler-Salon wird er am kommenden Mittwoch das Thema „Lichtverschmutzung“ aus der Warte des Fotografen und des Mediziners betrachten.
Obwohl Hagers Sternwarte weit außerhalb von Linz liegt, schränkt das von der Stadt ausgehende Streulicht seine Sicht auf den Nachthimmel stark ein. Aber auch die auf dem Land übliche antiquierte Gebäudebeleuchtung (Quecksilberdampflampen, Metallhalogendampflampen), deren Lichtkegel meist von unten nach oben oder seitlich gerichtet sind, wirkt sich störend aus.
„Dieses Licht enthält einen hohen UV-Anteil, der Insekten anlockt, die es so lange umkreisen, bis sie verenden“, sagt Hager. Die Insekten fehlten dann bei der Feldbestäubung.
Aggressive nächtliche Beleuchtung könne auch der menschlichen Gesundheit schaden. Lichtstress am Schlafplatz verringert die Ausschüttung des Hormons Melatonin, dadurch erhöht sich das Risiko etwa für Brust- und Prostatakrebs. Der Tag-Nacht-Rhythmus wird gestört, der erholsame REM-Schlaf, wichtig für die Stärkung des Immunsystems, fällt aus.
Das heißt nicht, dass sich Hager zurück „ans Lagerfeuer“ wünscht: „Wir sollten aber wegkommen von den Weißlicht-Lampen, hin zum Orange etwa von Natriumniederdruck-Dampflampen.“ Deren Licht werde viel weniger reflektiert – und außerdem vom Auge besser verwertet.