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"Sie sollen sich nicht zu früh freuen"

Christian Kern in der Grazer Stadthalle: "Wir treten an mit dem Anspruch, Nummer eins zu werden" Bild: APA/HANS PUNZ

"Sie sollen sich nicht zu früh freuen"

GRAZ. Christian Kern startete in Graz den SP-Wahlkampf mit Attacken gegen ÖVP und FPÖ.

Von (bock), 08. September 2017 - 00:04 Uhr
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"Werdet ihr mit mir rennen?" Am 3. August, bei der Präsentation seines Wahlprogrammes, hatte Christian Kern die SPÖ schon auf den Wahlkampf eingeschworen. Gestern Abend, in der Stadthalle Graz, zelebrierte die SPÖ ihren offiziellen Wahlkampfauftakt. Die Situation für die Partei war kaum anders als vier Wochen zuvor: in den Umfragen deutlich hinter der ÖVP mit Herausforderer Sebastian Kurz. Und Kern, von der Moderatorin als "Arbeiterkind aus Simmering" vorgestellt, zeigte sich abermals kämpferisch.

Ähnlich war auch die optische Präsentation. Vor rund 3500 Funktionären und Gästen hielt der Kanzler und SP-Chef eine fast einstündige Rede vor einer großen rot-weiß-roten Bühne. Graz war nicht zufällig gewählt, hieß es aus der SPÖ: gerade dort wolle man "Vertrauensverlust" aufholen.

Und Kern, der im ORF-Sommergespräch schon die Parole "Kanzleramt oder Opposition" ausgegeben hatte, baute akzentuiert auf die Abgrenzung von FPÖ und ÖVP auf: So sei das Wirtschaftsprogramm, das Kurz Anfang der Woche präsentierte, nicht mehr von dem der Freiheitlichen unterscheidbar.

Die "Leistungsträger"

Das war der Anker für eine Trennlinie, die Kern zog: Die SPÖ mache Politik für jene, die "ihr Leben bestreiten, indem sie einer anständigen Arbeit nachgehen". Schwarz und Blau dagegen seien, etwa angesichts ihrer Steuer-Vorschläge, die Parteien derer, die von Aktiendividenden und Immobilien leben können. "Wir machen Politik für die vielen", die ihren "ehrlichen Anteil" bekommen müssten: "Die wahren Leistungsträger, die tragen die blaue Arbeitsmontur". Und ÖVP und FPÖ würden schon so agieren, als sei die Wahl gelaufen. Die SPÖ müsse verhindern, dass sich beide das Land untereinander aufteilen, strapazierte Kern unter dem Applaus des Publikums den Vergleich mit der schwarz-blauen Regierungsübereinkunft des Jahres 2000: "Es ist dieselbe Hochmütigkeit, die schon 2000 geherrscht hat." "Milch und Honig" seien versprochen worden, "geblieben ist ein Scherbenhaufen." Von einer "Richtungsentscheidung" sprach Kern: "Wir werden ihnen klar machen, dass sie sich zu früh freuen. Wir treten an mit dem Anspruch, Nummer eins zu werden." Während andere das Land "krankgejammert" hätten, habe er versucht, es wieder "in die Spur zu bringen". "Das war das Ergebnis einer aktiven Politik", sprach er die langsam sinkenden Arbeitslosenzahlen an. Das Thema Migration streifte Kern: Man müsse "Lösungen für die Ängste" der Menschen finden. Aber man wisse, dass man eine "große Integrationsaufgabe" habe. Man brauche ein europäisches Asylsystem.

Kern interpretierte auch den bisherigen Wahlkampf, wobei er "Anpatzen" bei den anderen sah, die nicht nur Spenden, sondern auch Urlaube erfinden würden: "Wir haben ein Trommelfeuer an Untergriffen erlebt." Kein Zweifel, an wen das gerichtet war. 

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Kommentare

„Und jetzt kommt noch die Peinlichkeit der schmutzigen Anti-Sebastian-Kurz-Videos der SPÖ, die ...“ AlfredENeumann Und jetzt kommt noch die Peinlichkeit de...
„Vielleicht kriegt der Kern nach der wahl bei der Firma Siemens "eh a schene hockn"“ Schuno Vielleicht kriegt der Kern nach der wahl...
„Man soll die Hoffnung nie aufgeben“ Schuno Man soll die Hoffnung nie aufgeben

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