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Kleider machen Politik – Was das Styling über Spitzenpolitiker aussagt

Eng geschnittener Anzug, Hemd mit Haifischkragen, zumeist ohne Krawatte unterwegs: VP-Obmann Sebastian Kurz. Bild: Volker Weihbold/Alexander Schwarzl

Kleider machen Politik – Was das Styling über Spitzenpolitiker aussagt

LINZ/WIEN. Kurz und Kern haben einen ähnlichen Stil, Strolz macht auch mit Kleidung Opposition.

Von Elisabeth Prechtl, 19. September 2017 - 20:46 Uhr
Österreich wählt
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Die Länge des Rockes, die Höhe der Absätze, die Farbe der Krawatte, nicht zu vergessen die Frisur. Und wie sitzt überhaupt der Anzug? Spitzenpolitiker stehen, gerade in Wahlkampfzeiten, unter Dauerbeobachtung. Aussehen und Kleidungsstil werden immer kritischer unter die Lupe genommen.

Als "sehr zurückhaltend" würde der Linzer Modemacher Gottfried Birklbauer das Auftreten der Spitzenpolitiker beschreiben. "Im Wahlkampf ist das aber die bessere Taktik, als mit Mode stark aufzufallen." Für Style-Expertin Irmie Schüch-Schamburek ist die kommende Nationalratswahl der erste Urnengang, bei dem alle Kandidaten gut gestylt sind: "Die Optik ist ein ganz wichtiges Kriterium bei den Wählern, das manipulativ einsetzbar ist. Das sind psychologische Hintergrundprogramme, die unbewusst mitlaufen."

Sehr spannend ist für Schüch-Schamburek vor allem der Vergleich zwischen SP-Bundeskanzler Christian Kern und VP-Chef Sebastian Kurz: Diese hätten eine ähnliche Statur, Frisur und beide würden eng an den Körper geschnittene, taillierte Slim-cut-Anzüge bevorzugen, kombiniert mit einem Hemd mit Haifischkragen. "Der gesamte Stil vermittelt Dynamik", sagt die Modeberaterin. "Beide Kandidaten befinden sich mit ihrem Styling am Puls der Zeit."

Rolex mit Symbolcharakter

FPÖ-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache, der seinem Ruf als junger, dynamischer Rebell einst auch mit seiner Kleidung Ausdruck verlieh, style sich heute gediegener: Er trägt neuerdings Brille, Anzüge und Hemden sind tadellos. Von hoher Symbolkraft ist laut Schüch-Schamburek auch seine Armbanduhr, eine Rolex: "Diese sagt aus, dass er es von unten nach oben geschafft hat."

Seine Position als Oppositionspolitiker drückt Neos-Chef Matthias Strolz auch über seine Kleider aus: Die pinken Buttons verleihen dem Styling etwas Innovatives. Ganz typisch ist auch der Verzicht auf eine Krawatte. Dadurch, so Birklbauer, wirken Politiker jugendlicher und weniger konservativ. Voraussetzung dafür seien allerdings ein sportliches Auftreten sowie eine gute Körpersprache.

Österreicher sind nur Mittelmaß

Beide Modeexperten sind sich einig, dass Politikerinnen modetechnisch kein leichtes Los haben: Sie würden immer Gefahr laufen, sich entweder zu maskulin oder zu weiblich zu kleiden. Für die einzige weibliche Spitzenkandidatin, die Grüne Ulrike Lunacek, sei es zudem nicht einfach, sich optisch ansprechend anzuziehen, da ihre Partei als einzige für nachhaltige Mode und Konsumverzicht stehe. "Die weißen Oberteile, die sie gerne trägt, sind gut gewählt, sie stehen für Ehrlichkeit." Lunacek könnte ihrem Erscheinungsbild jedoch mehr Individualität geben.

Im internationalen Vergleich schneiden Österreichs Politiker für beide Experten eher schlecht ab: Während sich gerade Franzosen und Italiener perfekt anziehen würden, gelte bei uns noch immer, durch Mittelmaß Volksnähe zu assoziieren.

Eine Bildergalerie zum Thema "Mode in der Politik" finden Sie auf nachrichten.at

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Kommentare

„Kleidung war schon immer ein Statussymbol, deswegen boomt ja auch das Markenlogo Geschäft ...“ Gugelbua Kleidung war schon immer ein Statussymbo...
„Wen schert angesichts der aktuellen roten Megaskandale des Kern aus der Silberstein-Gefolgschaft ...“ Digitalis Wen schert angesichts der aktuellen rote...
„Man erinnere sich einmal an die Riess-Passer, die immer elegant gekleidet war, besonnen ...“ fritzicat Man erinnere sich einmal an die Riess-Pa...

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