Nationalratswahl 2017

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"Jetzt heißt’s kämpfen, Grüne"

Grünen-Landesrat Anschober: "Wir haben keine gute Ausgangsposition." Bild: VOLKER WEIHBOLD

"Jetzt heißt's kämpfen, Grüne"

LINZ. Interview: Rudi Anschober hofft auf eine Wende im Wahlkampf und nennt "zweistellig" als Ziel.

Von Heinz Steinbock, 13. September 2017 - 00:04 Uhr
Österreich wählt
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Bei der Nationalratswahl droht den Grünen ein schlechtes Ergebnis wie lange nicht mehr. Grünen-Landesrat Rudi Anschober gibt Optimismus um Kämpfen als Parole für das Finale des Wahlkampfes aus.

 

  1. "Im Kern ist Kurz ein Strache", plakatieren die Grünen in Wien. Ist es Ihnen schon egal, wer von den Dreien die Wahl gewinnt?

    Wir wollen damit signalisieren, dass sich die drei politisch immer näher kommen, dass wir in der Bundespolitik einen Schwenk nach rechts haben und sich alle drei inhaltlich wenig unterscheiden. Und dass aus unserer Sicht die Grünen der Gegenpol sind.
  2. So wie es derzeit aussieht, wird es, wenn keine rot-schwarze Koalition, eine Regierung ohne FPÖ nicht geben. Was soll der Gegenpol sein?

    Wir sind erst am Beginn des Wahlkampfes. In Europa gab es in den vergangenen zwei Jahren eine extreme Dynamik. Das haben Großbritannien und Frankreich zuletzt gezeigt. Wir erleben eine extrem hohe Beweglichkeit der Wähler. Ich bin zutiefst überzeugt: dieser Wahlkampf wird in den letzten Tagen entschieden. Von daher ist auch für die Grünen alles drinnen. Ja, wir haben keine gute Ausgangsposition, aber wir starten jetzt unsere Aufholjagd.
  3. Aber von dem Anspruch, selbst in eine Bundesregierung zu kommen, sind die Grünen doch weiter entfernt denn je?

    Ich bin optimistisch, dass wir es schaffen, mit einem ambitionierten Wahlkampf ein sehr gutes Ergebnis zu erreichen. Das heißt: auf jeden Fall zweistellig werden und dann echtes politisches Gewicht für unsere Inhalte haben.
  4. Weniger als zehn Prozent sehen Sie also als Niederlage?


    Ich denke überhaupt nicht an Niederlagen. Auf jeden Fall ist es uns wichtig, dass es nach der Wahl nicht nur die beiden rechnerischen Optionen mit der FPÖ gibt. Auch wenn es andere Diskussionen gegeben hat: Ich persönlich schließe eine Fortsetzung der großen Koalition aus. Und nur mit starken Grünen ist die FPÖ dann nicht in der nächsten Regierung. Jetzt heißt es: Kämpfen, Grüne, kämpfen. Dass wir das können, haben wir bei der Kampagne für Alexander Van der Bellen bewiesen.
  5. Weil Sie die Präsidentenwahl erwähnen: Sind die Grünen da nicht der Selbsttäuschung erlegen, alles wäre möglich?

    Wir hatten vor neun Monaten den größten Erfolg in unserer Geschichte: ein Grüner ist Bundespräsident geworden. Dann hat es eine Phase gegeben, in der wir Fehler gemacht haben.
  6. Welche waren das?


    Das ist eh bekannt, die Diskussion um die Grüne Jugend, dass wir wichtige Mitarbeiter an das Büro Van der Bellens verloren haben ...
  7. Hätte man solche Probleme nicht früher und besser abfangen können?


    Für mich gilt die Regel: Strich drunter, nach hinten schauen bringt uns überhaupt nichts. Jetzt bauen wir auf unsere Inhalte und darauf, dass viele spüren, dass Grüne wichtiger sind denn je. Es gibt ja kaum noch jemand, der leugnet, dass die Klimaveränderung die größte Bedrohung für die nächsten Generationen ist. Und wir sind die einzige Partei, die glaubwürdig Klimaschutzarbeit macht. Es gibt kaum jemand, der abstreitet, dass wir in unserer Gesellschaft keine Spaltung, sondern Zusammenhalt brauchen.
  8. Sie haben vorhin den Abgang von Eva Glawischnig gar nicht erwähnt. Stehen Sie zur Doppelspitze mit Ulrike Lunacek als Spitzenkandidatin und Ingrid Felipe als Bundessprecherin?

    Ja, ich habe sie unterstützt. Ich glaube, dass es eine Scheinvorstellung ist, dass eine Person alle zentralen Funktionen alleine abdecken kann. Und wir haben mit Ulrike Lunacek eine sehr gute Spitzenkandidatin, die als Vizepräsidentin des Europaparlaments anerkannt ist.
  9. Glauben Sie, dass sie die Themen und die Stimmung trifft?


    Wir setzen nicht auf Angstmache, sondern auf Lösungen. Es ist eine Partei gefragt, die nicht populistisch agiert, sondern sachorientiert. Das ist eben grüne Handschrift. An Populismus gibt es leider keinen Mangel.
  10. Wer aller agiert populistisch? Auch Peter Pilz?


    Ich glaube nicht, dass wir unseren Wahlkampf darauf aufbauen, dass wir uns von anderen abgrenzen oder andere schlechtmachen.
  11. Sie sind mittlerweile das längstdienende Mitglied der Landesregierung. Sieht man sich da schon etwas als Altpolitiker?

    Nein, überhaupt nicht. Für mich ist jede Regierungssitzung eine Herausforderung, da hilft mir Erfahrung und Routine sehr, wenn es gilt, eine integrationsorientierte Politik umzusetzen. Da gibt es für meine Anträge auch Mehrheiten gegen die FPÖ.
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Kommentare

„Der Anschober ist auch ein Regierender/Exekutiver und gleichzeitig ein Parteifunktionär, der von ...“ jago Der Anschober ist auch ein Regierender/E...
„Hätten die Grünen sachorientierte Politik gemacht, zB echte Klimapolitk, ein bißchen unterhalb ...“ Selten Hätten die Grünen sachorientierte Politi...
„nach der Wahl gibt's dann ein neues Kochbuch und Burnout.“ mercedescabrio nach der Wahl gibt's dann ein neues Koch...

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