Die ÖVP will, dass die Liebesgöttin anlässlich des Frühlingsbeginns wieder aufgestellt wird und droht andernfalls sogar mit Klage. Das Büro von Bürgermeister Franz Dobusch (S) hat eine Stellungnahme angekündigt.
ÖVP sieht Verstoß gegen Denkmalschutz
Die Statue stand seit 1942 in einem Säulenpavillon im Bauernbergpark. Vor rund eineinhalb Jahren fanden Studenten der Kunstuniversität heraus, dass die Bronzefigur ein Geschenk Adolf Hitlers an seine "Patenstadt" war. Es handelt sich um einen Zweitabguss, das Original des mecklenburgischen Bildhauers und NSDAP-Mitgliedes Wilhelm Wandschneider stand in der Berliner Reichskanzlei. Daraufhin ließ die Stadt die Aphrodite entfernen, sie lagerte seither gut verpackt im Keller des Stadtmuseums Nordico.
Nun will die ÖVP die Statue wieder aufstellen. Der Abbau der Figur stelle einen eindeutigen Verstoß gegen das Denkmalschutzgesetz dar, so Gemeinderat Franz Hofer. Er will notfalls durch eine Klage eine Entscheidung herbeiführen. Die Entfernung der Aphrodite-Statue sei ein "gesetzwidriger, populistischer, scheinheiliger Akt des Linzer SPÖ-Vorsitzenden (Dobusch, Anm.)", findet der Mandatar.
"Geschichte kann man nicht abmontieren, Geschichte muss man aufarbeiten und den Menschen erklären", argumentiert Hofer. "Jeder in Linz kennt die Geschichte der heutigen VOEST. Doch wer würde diese Anlagen abreißen?", fragt er sich. Er verlangt, die Aphrodite-Figur wieder aufzustellen und das Rondell mit einer entsprechenden Erklärungs-Tafel zu versehen.
"Seltsame Begeisterung für Hitler-Geschenk"
Der Linzer Bürgermeister Franz Dobusch (S) ließ mitteilen, er werde zu dem ÖVP-Vorstoß keinen Kommentar abgeben. Es sei in der Sache schon genug gesagt worden. Der Bürgermeister müsse nicht zu jeder Aussage eines Gemeinderates Stellung beziehen. Direkte Kritik kam hingegen vom Sprecher des "Oberösterreichischen Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus" Robert Eiter.
Er sprach von einer "seltsamen Begeisterung für ein Hitler-Geschenk". Eigentlich hätte man erwartet, dass sich Vertreter einer christdemokratischen Partei bei anderen Gelegenheiten zu Wort melden: Etwa als am letzten 1. Mai Neonazis durch die Linzer Innenstadt marschieren wollten, oder als eine Linzer Ärztin afrikanischer Abstammung rassistisch angepöbelt und beschimpft wurde, oder als eine Linzer Kirche mit Hakenkreuzen beschmiert wurde, zählte er auf. Leider habe es zu allen diesen Vorfällen keine Stellungnahme der ÖVP gegeben. Eiter verlangte, ÖVP-Stadtparteiobmann und Vizebürgermeister Erich Watzl sollte sich mit seinen Leuten einmal ernsthaft überlegen, ob das Engagement für eine künstlerisch belanglose, aber politisch höchst fragwürdige Statue wirklich die richtige Schwerpunktsetzung sei: "Denn auf billigen Rechtspopulismus hat schon eine andere Partei das Monopol".
bis ich endlich durch die Berufs-Betroffenen erfahren habe, daß diese Statue ein Geschenk Hitlers war! Diese 40 Jahre lang war es für mich und sehr viele Linzer eine stinknormale Statue in einem stinknormalen Park! Hätten wir nicht diese Saubermänner, um uns wär´s geschehen! Ich weiß, daß ich mich in Gefahr begebe, mit dieser Aussage zum "Kellernazi" gestempelt zu werden! Werd´s aushalten!
mit Erklärung würde genügen und auch der Vergangenheitsbewältigung genüge tun. Warum aber regen sich all diese Saubermänner nicht auf, daß im Nachbarland Tschechien, einem EU Mitglied noch die faschistoiden Benes-Dekrete Gültigkeit haben, und HEUTE NOCH ehemalige Mörder Unschuldiger vor strafrechtlicher Verfolgung schützen! Diese Dekrete legalisieren Völkermord und ethnische Säuberung und sind Realität, obwohl sie massiv gegen die Menschenrechte verstoßen!!! Wo sind hie die Mahner??!!
Ich will in Linz grundsätzlich kein Geschenk von Hitler stehen haben und schon gar nicht in der Nähe des ehemaligen KZ Aussenlagers. Ich finde das geschmacklos.
Ein ganz tolles Kulturverständnis legen Watzl und die ÖVP da nach Linz09 an den Tag.
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