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Mit viel Geschwafel zur Projekt-Förderung

"Hegemoniale Esssitten": Wie ein Förderantrag des Vereins MAIZ im Landhaus Kopfschütteln auslöst.

Der Verein "MAIZ, Autonomes Zentrum von und für Migrantinnen" in Linz, leistet wertvolle Arbeit – etwa mit Projekten, die das Nachholen von Schul- und Bildungsabschlüssen unterstützen.

Sehr gut zu bewegen weiß sich der Verein mit 42 hauptamtlichen Mitarbeitern auch im Förderdickicht von Bund und Land. Großzügige Förderungen beweisen es. Ein Antrag für ein jüngstes Projekt, der im Landhaus kursiert, löst jetzt bei manchen aber gehöriges Kopfschütteln aus.

Es handle sich um ein "Präventionsprojekt von und für Migrant_innen zur Auseinandersetzung mit hegemonialen Esssitten vor dem Hintergrund aller relevanten politisch-ökonomischen, gesundheitlichen, rassistischen und sexistischen, sozialen und alltagskulturellen Faktoren" , heißt es im Förderantrag, der den OÖN vorliegt.

Hinter dem Geschwafel steckt das Projekt "Das Leben hat Gewicht". Ziel dürfte die Vorbeugung von Essstörungen bei Migrantinnen sein. Was an sich ja auch begrüßenswert wäre.

Von der "Kontextualisierung"

So einfach kann man das in einem Förderansuchen aber offenbar nicht ausdrücken: Da heißt es zu den Zielen: "Kontextualisierung von Phänomen (sic) der Essstörung innerhalb der Migrationsgesellschaft durch Aufzeigen von Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Sozialisationsinstanzen, gesellschaftspolitischen und soziokulturellen Rahmenbedingungen, wirtschaftlichen Interessen, idealisierten Körperkonzepten, Rassismus, Homophobie, Sexismus und dem Ernährungs- und Konsumverhalten von migrantischen Jugendlichen."

135.000 Euro bereits zugesagt

Wir ersparen Ihnen den Rest: Auf knapp 195.000 Euro belaufen sich laut Vereinsaufstellung die Kosten für das zweijährige Projekt. Der Fonds Gesundes Österreich hat laut Projektunterlage des Vereins bereits 115.000 Euro zugesagt. Soziallandesrätin Gertraud Jahn (SP) lässt 20.000 Euro springen – auch bereits zugesagt. Ausständig sind Förderzusagen von Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) und Bildungslandesrätin Doris Hummer (VP). In den beiden Ressorts hat der Verein ebenfalls jeweils rund 20.000 Euro beantragt.

Oberösterreichs Freiheitliche nennen den Verein regelmäßig als Beispiel für Mehrfachförderung. Laut Landes-Förderbericht hat MAIZ 2013 aus sieben Landes-Förderungen rund 500.000 Euro bezogen. Dazu kommen noch Bundesförderungen.

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Artikel Markus Staudinger 25. April 2015 - 00:04 Uhr
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