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Medizin-Uni: Rektor Lukas für "Freiraum" bei Aufnahme

WIEN/LINZ. Vorschlag: zehn Prozent mehr Studienplätze für Bewerber, die das Limit knapp verpassen.

Medizin-Studium: Rektor Lukas für "Freiraum" der Unis bei Aufnahmezahl

Medizin-Aufnahmetest, hier an der Uni Wien: Für 1621 Studienplätze in Österreich gab es 12.756 Bewerber bei den Tests. Bild: MedUni Wien

Beim vierten Aufnahmetest für das Medizinstudium an der Linzer Kepler-Universität gab es neuerlich eine Rekordzahl an Bewerberinnen und Bewerbern: 932 Nennungen hatte es im Frühjahr gegeben, 729 stellten sich schließlich dem Aufnahmetest für die 120 verfügbaren Erstsemestrigen-Studienplätze im Wintersemester 2017/18.

"Das zeigt, dass die Linzer Medizin-Fakultät anerkannt ist, die praxisnahe Ausbildung hat sich herumgesprochen", sagt Rektor Meinhard Lukas. Er verweist aber auch darauf, dass manche Bewerber die erforderliche Test-Punktezahl – die 120 Besten werden aufgenommen – nur knapp verfehlt haben.

"Wenn wir auf einen Ärztemangel zusteuern, sollte man darüber nachdenken, ob es bei der Zulassung zum Medizin-Studium nicht eine gewisse Flexibilität geben sollte, wenn die Ergebnisse knapp sind", sagt Lukas. Das wolle er mit den anderen Medizin-Unis diskutieren. Lukas spricht von einem "Ermessensspielraum" von rund zehn Prozent der Studienplätze, der den Medizin-Unis im Rahmen ihrer Autonomie eingeräumt werden könnte. Eine "Grenze" müsse es geben, aber angesichts des Andrangs auf die Medizin-Unis und des zu erwartenden Ärztemangels sei dieser Prozentsatz vertretbar, meint der Rektor. Das müsse man bei der Politik anstoßen.

Von einem zehnprozentigen Ermessensspielraum könnten in Linz zwölf und in ganz Österreich rund 160 Studienanfänger profitieren. Geklärt werden müssten die Details: Der Bund müsste beim Budget für die Medizin-Unis "großzügiger" sein.

65 Prozent aus Oberösterreich

Beim diesjährigen Linzer Aufnahmetest stammten von den 719 Personen 495 aus Österreich, 355 aus Oberösterreich. Etwas mehr als die Hälfte der Plätze, 65, sicherten sich Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher. 85,83 Prozent der Studienplätze gingen an österreichische Bewerber, 17 Plätze an Bewerber aus anderen EU-Staaten, vorwiegend Deutschland. "Grundsätzlich werden die 120 Bewerber mit den besten Ergebnissen aufgenommen", heißt es aus der Studienabteilung der Kepler-Uni, laut Verordnung sind zumindest 95 Prozent der Plätze für EU-Bürger reserviert.

An allen österreichischen Med-Unis gab es 12.756 Testteilnehmer für 1621 Studienplätze. (bock)

 



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Mehr Frauen: Von den 12.756 Personen, die zu den Medizin-Aufnahmetests in Wien, Graz, Innsbruck und Linz angetreten sind, war die deutliche Mehrheit Frauen (60,4 Prozent).

Bei den Aufgenommenen war der Vorsprung der Frauen geringer, er betrug 52,7 zu 47,3 Prozent: Der "Gender Gap" wurde im Vergleich zum Vorjahr wieder etwas größer.

Linz liegt dabei im Bundesschnitt. 63 der 120 Studienplätze an der Med-Fakultät gingen an Frauen, 57 an Männer.

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Artikel 09. August 2017 - 00:04 Uhr
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