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"Frauen sind schwach": Empörung über Murat Baser

LINZ. Für Aufregung sorgen die Aussagen über Frauen und Gleichberechtigung von Murat Baser, Chef der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Oberösterreich. Dies sei verkürzt und aus dem Zusammenhang gerissen, verteidigt sich Baser.

Murat Baser

Bild: Volker Weihbold

"Psychisch und physisch sind die Frauen eben schwach, und sie werden schwanger, und wenn sie allein sind, brauchen sie Schutz und sind in Gefahr": Mit diesen Worten begründet Murat Baser, Chef der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Oberösterreich, in einem Interview mit dem "Volksblatt", warum der Koran Männer eine Stufe über die Frauen stellt.

Basers Frauenbild stößt auf massiven Widerspruch. "Die Aussagen sind in ihrer Grundbotschaft frauenfeindlich und negieren die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Österreich", sagt VP-Frauenchefin Dorothea Schittenhelm. Sie schlägt Baser vor, "eine Werteschulung zu besuchen, wie sie Integrationsminister Kurz vorschlägt." Oberösterreichs VP-Frauenchefin Claudia Durchschlag sieht Integrationsarbeit "durch solche Aussagen deutlich erschwert".

Grünen-Landeschefin Maria Buchmayr schloss sich der Kritik an: "Diese frauenfeindlichen Aussagen sind völlig inakzeptabel." Sie wolle gar nicht daran denken, dass Baser diese Ansichten als Lehrer auch seinen Schülern vermittle.

Murat Baser ist nicht nur Chef der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Oberösterreich, sondern auch islamischer Religionslehrer.

"Ich bin kein Frauenfeind"

Baser selbst fühlt sich missverstanden, wie er im Gespräch mit den OÖNachrichten sagt: "Ich bin kein Frauenfeind." Aber Frauen und Männer seien "unterschiedlich geschaffen worden".

Männer seien nun einmal physisch stärker. Und was das Psychische betreffe, seien "Frauen etwas sensibler", sagt Baser. Das sehe er aber nicht als Schwäche oder abwertend.

In einer weiteren Interview-Passage sagte Baser, im Islam sei der Mann "sozusagen der Hauptverantwortliche in der Familie". Er müsse "für seine Frau und seine Kinder arbeiten und Geld herholen".

Das heiße aber nicht, dass "der Mann zu Hause alles entscheidet", erläuterte Baser gestern. In seiner Familie würden er und seine Frau gemeinsam die Entscheidungen treffen. "Im Übrigen geht auch meine Frau arbeiten", sagt Baser. 

In einem offenen Brief, den Baser Dienstag Abend aussendete, verteidigt er sich und kritisiert den Journalisten, dem er das ursprüngliche Interview gab, scharf. 

Hier der Brief im Original:



PDF Datei (143.92 KBytes.)

 

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Artikel nachrichten.at 24. November 2015 - 17:52 Uhr
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