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Franziskanerinnen verärgert über Welser Wertekodex

WELS/VÖCKLABRUCK. Orden wehrt sich gegen Entnahme von Textteilen und die "Vereinnahmung christlicher Werte".

Franziskanerinnen verärgert über Welser Wertekodex

Generaloberin Garstenauer Bild: hes

Generaloberin Angelika Garstenauer war nicht erfreut: "Ohne Mitarbeit, ohne Wissen und ohne Zustimmung der Franziskanerinnen" sei jener Wertekodex-Entwurf erstellt worden, den der Welser Bürgermeister Andreas Rabl (FP) für die städtischen Kindergärten in Wels hat ausarbeiten lassen (die OÖNachrichten berichteten).

Die Ordensfrau sah sich zu dieser Klarstellung veranlasst, weil im Welser Wertekodex explizit auf das pädagogische Konzept des Kindergartens der Franziskanerinnen als Quelle hingewiesen wird. Die Textteile seien "ohne Information oder Rückfrage" entnommen worden und das noch dazu in einer "sehr vereinfachten und verkürzten Darstellung", beschweren sich die Franziskanerinnen. So ließen sich christliche Festtage nicht auf "Brauchtum" reduzieren.

Der Welser Wertekodex, der wie berichtet, in mehreren Punkten die Bedeutung christlicher Feste betont und als eines von 13 Lernzielen "mindestens fünf deutschsprachige Lieder und Gedichte" vorgibt, hat gestern weiter Aufregung verursacht..

"Rückwärtsgerichtetes Papier"

SP-Landtagsabgeordnete Petra Müllner nannte den Wertekodex "ein rückwärtsgerichtetes Papier, das moderne pädagogische Erkenntnisse ignoriert". Für den Welser VP-Chef Peter Csar geht die Festschreibung von Werten zwar "prinzipiell in die richtige Richtung". Ob das Auswendiglernen von Gedichten aber Grundwerte vermittle, sei fraglich, sagt Csar. Grünen-Landtagsabgeordneter Severin Mayr sagt, man solle Pädagoginnen und Pädagogen keine Werte vorschreiben.

Der Welser Bürgermeister Andreas Rabl betonte gestern erneut, es handle sich nur um einen Entwurf, der jetzt diskutiert werde. Die im Entwurf genannten Lerneziele würden bei den Kindern natürlich nicht abgeprüft. (mst)

 

Der Welser Wertekodex-Entwurf:



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Artikel 12. März 2016 - 00:04 Uhr
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