1273 Ehrenzeichen hat Bundespräsident Heinz Fischer 2011 verliehen. Doch was so einfach klingt, kommt fast einer Wissenschaft gleich. Denn es gibt nicht nur verschiedene Orden, sondern oft auch verschiedene Ordensstufen. Wer welche Stufe von welchem Ehrenzeichen erhält, ist nicht gesetzlich geregelt, sondern folgt sogenannten „Usancen“ (Gepflogenheiten). Diese seien in internen Instruktionen festgelegt, die in der Präsidentschaftskanzlei Bände füllen, wie es auf Anfrage der OÖNachrichten heißt.
Nur ein Blick auf das wichtigste Ehrenzeichen, nämlich jenes für Verdienste um die Republik Österreich: Es hat 15 Stufen. Die oberste (erste), den Groß-Stern, erhalten nur Staatsoberhäupter, meist symbolisch für ihr Land. Österreichische Träger sind nur aktive oder ehemalige Bundespräsidenten. Da sich der Bundespräsident den Orden aber nicht selbst verleihen kann, ist er nach seiner Wahl automatisch damit dekoriert.
Ansonsten muss jemand für den Orden vorgeschlagen werden. Laut Gesetz kann das Ehrenzeichen an Personen verliehen werden, „die für die Republik Österreich hervorragende gemeinnützige Leistungen vollbracht und ausgezeichnete Dienste geleistet haben“.
„Ausgezeichnete Dienste“
Zu den Usancen gehört es, dass unter „ausgezeichnete Dienste“ eine gewisse Dienstzeit bei der Gesetzgebung als Parlamentsabgeordneter (meist zehn Jahre), in der Exekutive als Minister (drei Jahre) zu sehen ist. Im Falle von FP-Chef Strache wäre es um das „Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern“ gegangen (Stufe vier in der Hierarchie des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik).
Da es keinen Rechtsanspruch auf Orden gibt, kann der Bundespräsident von den Usancen abweichen, was eher selten ist. Ende Jänner haben sieben Regierungsmitglieder Orden erhalten: Kanzler, Vizekanzler und vier Minister wurden für ihre dreijährige Regierungsmitgliedschaft mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen am Bande (Stufe 2) ausgezeichnet. Staatssekretär Josef Ostermayer (SP) bekam „nur“ das „Silberne“ (Stufe 3).
Nicht nur Politiker
Aber nicht nur Politiker bekommen Orden: Das Große Goldene Ehrenzeichen am Bande (Stufe 2) trägt beispielsweise auch Kardinal Christoph Schönborn. Raiffeisen-OÖ-Generaldirektor Ludwig Scharinger ist Träger des Großen Goldenen, Schauspielerin Elfriede Ott des Großen Silbernen Ehrenzeichens (Stufe sechs und sieben). Olympiasieger oder Weltmeister werden mit dem Goldenen Ehrenzeichen dekoriert, im Falle mehrmaliger Siege mit dem Großen Ehrenzeichen. Wer unter Einsatz seines Lebens ein Menschenleben rettet, kann die Goldene Medaille am roten Bande erhalten.
Die letzte Stufe des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik ist die Bronzene Medaille, die aber seit Jahrzehnten nicht mehr verliehen wurde. Ihre Funktion ist offenbar die, zu verhindern, dass jemand „nur“ mit der untersten Stufe ausgezeichnet werden muss.
Hanseaten nehmen keine Orden an
Mehrmals hat Deutschlands Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt das Bundesverdienstkreuz mit der Begründung abgelehnt, er sei ehemaliger Senator der Freien und Hansestadt Hamburg. Denn zur Tradition des Hanseatentums gehört die Ablehnung von „Orden fremder Herren“. Dabei ging es einerseits um unerwünschte Verpflichtungen. Andererseits soll nur das Bewusstsein um die erfüllte Pflicht der Lohn des Hanseaten sein. Noch heute sind Ordensannahmen durch Senatoren verpönt. Bis 2005 mussten sich Hamburger Beamte Auszeichnungen vom Senat genehmigen lassen. Für ausländische Orden gilt dies heute noch.
Informieren Sie sich hier, welche Ehrenzeichen es in Österreich gibt.
Ehrenzeichen des Bundes
Zu den 20 Abzeichen, die der Bundespräsident verleiht, gehören die 15 Ordensstufen des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich, angeführt vom Groß-Stern.
Ebenfalls vom Bundespräsidenten verliehen wird das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst. Dies dürfen nur 36 lebende Personen gleichzeitig tragen. Davon zu unterscheiden ist das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, von dem es zwei Stufen gibt.
Nicht vom Bundespräsidenten verliehen werden verschiedene militärische Orden. Ein weiteres Beispiel ist das Gruben-wehrehrenzeichen, welches das Wirtschaftsministerium verleiht.
Ehrenzeichen des Landes
Jedes Bundesland verleiht Ehrenzeichen – in Oberösterreich sind es 26 verschiedene Abzeichen, vom Großen Goldenen Ehrenzeichen bis zum Landessportehrenzeichen in Bronze:
Das Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich gibt es in sieben Stufen. Die oberste Stufe (Großes Goldenes Ehrenzeichen) wurde bislang 29 Mal verliehen, etwa an Alt-Landeshauptleute oder Bayerns Ex-Ministerpräsidenten Stoiber.
Landtagsmandatare erhalten nach einer Legislaturperiode meist das Silberne Ehrenzeichen. Zu den weiteren Ehrungen gehören Rettungsabzeichen: Wer zum Beispiel außerhalb des Dienstes in einer Einsatzorganisation unter Gefahr für sich selbst ein Leben rettet, kann die Lebensrettungsmedaille in Bronze oder Silber (mehrfache Rettung) bekommen.

„Auch Erfolg wird bestraft. Die Strafe liegt darin, daß man mit Leuten zusammenkommt, die man früher meiden durfte.“
John Updike
wir Österreicher muessen leider auf unseren ersten Orden von Herrn Strache gewidmet verzichten, dafür werden wir auch bei der nächsten Wahl leicht gerne auch auf Ihre beiden roten und schwarzen Politgünstlinge verzichten oder?
so um die 10 grad minus, den gfrierfleischorden von mein vater am huat gsteckt.
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