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Anas Schakfeh: Der späte Traum vom Turm

Er ist der Repräsentant jener Glaubensgemeinschaft, die als einzige in Österreich auf stetiges Wachstum bauen kann. Bald 500.000 Muslime sollen es schon sein, noch vor fünf Jahren ging man von 400.000 aus. Dennoch oder gerade wegen dieser Entwicklung hat sich Anas Schakfeh in seiner 1999 angetretenen Rolle als Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) als meist defensiver Moderator einen Namen gemacht. Hinter dem von ihm nun geäußerten Wunsch, in jeder Landeshauptstadt eine Moschee mit Minarett zu haben, dürfte dennoch kein Strategiewechsel stecken. Wie die heftigen Reaktionen der Rechtsparteien und erste Plakatserien zur Wien-Wahl zeigen, verspricht das Drohbild von Islam und Ausländern nach wie vor Zugkraft. Viel eher dürfte der freie Blick eines Abtretenden hinter dem Offensivdrang stecken. Schakfeh will sich nach Abwicklung der ersten breit angelegten Wahl der IGGiÖ-Gremien Mitte kommenden Jahres, dann 68-jährig ins Privatleben zurückziehen.

Von wo aus der in Hama geborene Syrer, der 1965 zu Studienzwecken nach Wien gekommen ist, auf eine bewegte zwölfjährige Amtszeit zurückblicken kann. 1999, als die FPÖ mit „Stopp der Überfremdung“-Plakaten ihren bisherigen Stimmenhöchststand erreicht hatte, war längst klar, dass mit den türkischstämmigen Muslimen die größte Gruppe innerhalb seiner Vertretung am Pranger steht. An den Botschaften der Plakate hat sich bis heute wenig geändert. Doch hier setzt der diplomierte Dolmetscher Schakfeh auf die schlichte Tatsache, dass immer mehr Menschen Umgang mit Muslimen haben. Und dabei eines feststellen: „Nicht alle Muslime sind Engel, wir sind normale Menschen wie alle anderen auch“.

Freilich waren und sind es gerade in den Ballungszentren entstandene Parallelgesellschaften mit entsprechenden Integrationsproblemen, wegen derer Zuwanderung zum so heiklen Politikfeld werden konnte. Dass in den derzeit 200 Gebetshäusern und einzelnen Klassenzimmern dort und da Hassprediger ihr Unwesen treiben konnten, hat Schakfeh, selbst ab 1998 Fachinspektor für den islamischen Religionsunterricht, schon unmittelbar zum Einschreiten gezwungen.

Ernsthafte religiöse Auseinandersetzungen sind daraus aber nie geworden. Und im Zusammenhang mit dem Reizthema Minarette setzt Schakfeh wieder auf Zeit und verweist auf die evangelischen Christen. Auch denen sei es 150 Jahre verwehrt gewesen, Türme auf ihre Kirchen zu setzen.

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meine beobachtungen sind eine ... · von mausfanger (14636) · 23.08.2010 19:30 Uhr

völlig andere ...

mir gut bekannte türkische familien - heute bereits in der 3.generation und bestens integriert - haben da weniger aufgeregte ansichten oder gar forderungen ...

die männer kamen ende der 60-iger/anfang der 70-iger als arbeiter zb. zu fischer nach ried i.i. ...

diese - zugegebenermassen eher liberalen - moslems stehen den ganzen aktuellen forderungen der eigenen glaubesnbrüder nicht so euphorisch gegenüber, wie es zu erwarten wäre ..

da hat sich - bei den moslems - viel geändert in den letzten 10-15 jahren ...
nicht nur zahlenmäßig ???

die alteingewanderten und deren kinder hatten kaum probleme mit der heimischen bevölkerung genau wie umgekehrt ...
das sind brave, fleißige staatsbürger ...
die auch ohne moscheen und minarette mehr als 40 jahre problemlos ihren glauben praktizieren konnten ?!?

was die moslems heute fordern, das sehe ich wie einen - für uns völlig unvorbereiteten test ???

aber das ist eine ganz andere - längere - geschichte.

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kirchen erlaubt · von Kraehe (72) · 23.08.2010 12:16 Uhr

herr schakfeh könnte sich auch dafür einsetzen, dass in ländern in denen der islam staatsreligion ist, anderen religionen kirchen erlaubt werden. dann wäre sein engagement glaubwürdiger.

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..aber nie durchzuführen.... · von oneo (6053) · 23.08.2010 19:41 Uhr

in der türkei und ägypten wohl, aber in den erzislamischen ländern eine ungeheuerlichkeit.

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Artikel 23. August 2010 - 00:04 Uhr
Bild vergrößern Anas Schakfeh

Schakfeh tritt Mitte 2011 ab  Bild: APA

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