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Karl will die Gesamtschule und versetzt die ÖVP in Aufregung

WIEN. Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (VP) sprach sich gestern überraschend klar für eine gemeinsame Schule für alle Zehn- bis 14-Jährigen aus und stürzte ihre Partei damit in eine heftige Bildungsdebatte. Denn bisher hatte die ÖVP entsprechende Forderungen immer abgeschmettert.

Es war ein Interview im Ö1-Morgenjournal, das die ÖVP gestern den ganzen Tag in Atem hielt: „Die beste einheitliche Schule für alle Zehn- bis 14-Jährigen“ wünschte sich Wissenschaftsministerin Beatrix Karl. Sie versuchte es den vielen Gegnern einer Gesamtschule in ihrer Partei zwar abgemildert mitzuteilen, indem sie von einem „Gymnasium für alle“ sprach – aber das änderte nichts daran, dass ihre Botschaft wie eine radikale Änderung der Parteilinie in diesem Hauptstreitpunkt der Bildungspolitik aufgefasst wurde.

Die Einführung einer Gesamtschule (oder Neuen Mittelschule) ist für eine Mehrheit in der ÖVP undenkbar, der Widerstand ist teilweise erbittert. Erst am Montag hat der Arbeitnehmerflügel ÖAAB, unter dessen Dach auch die schwarzen Lehrergewerkschafter organisiert sind, sein Bildungskonzept präsentiert und dabei ein unmissverständliches Nein zur Gesamtschule zum Ausdruck gebracht.

Dass nun Karl, bis zu ihrem Eintritt in die Regierung pikanterweise ÖAAB-Generalsekretärin, noch in derselben Woche einen deutlichen Vorstoß für diese Schulform platziert, wird im ÖAAB als Brüskierung aufgefasst. Entsprechend harsch und scharf auch die Reaktion von ÖAAB-Generalsekretär Lukas Mandl: Das sei eine „krasse und isolierte Einzelmeinung“. Erwartungsgemäß bissig reagierte auch die Lehrergewerkschaft. Walter Riegler, Pflichtschullehrer-Gewerkschafter, nannte Karls Vorschlag einen „ausgesprochenen Skandal“, Eva Scholik, AHS-Lehrergewerkschafterin, sagte, offenbar sei Karl überfordert, sie solle „in Hinkunft von diesbezüglichen Wortspenden Abstand nehmen“.

Die große Frage war: Wie reagiert Parteichef Josef Pröll? Er qualifizierte Karls Aussage als „persönliche Meinung“ und wollte deshalb keinen Schwenk in der VP-Bildungspolitik erkennen. Man erstelle ein Gesamt-Bildungskonzept, für welches die Vorschläge des ÖAAB eine Grundlage liefern. Auch Karls Vorschlag werde in die Diskussion einbezogen, so Pröll.

Die Erstellung dieses VP-Bildungskonzeptes soll übrigens Wissenschaftsministerin Karl federführend koordinieren und danach auch die Verhandlungen mit SP-Bildungsministerin Claudia Schmied führen. Schmied, leidenschaftliche Verfechterin der Gesamtschule, zeigte sich gestern daher auch „sehr erfreut“ über die „große Bewegung“ in der ÖVP.

Wie groß die Bewegung am Ende tatsächlich sein wird, ist aber fraglich. Klare Unterstützung für Karl signalisierte gestern lediglich Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl. Auf halbem Weg kam Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer Karl entgegen: Pühringer will eine gemeinsame Schule – aber nicht bis 14, sondern bis zum Alter von 12 Jahren. (wb/eda/mst)

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Kanzlerefrage · von Pilatus (9282) · 21.05.2010 22:12 Uhr

ÖSTERREICH-Umfrage: SPÖ überholt zum ersten Mal seit Europawahl ÖVP
Utl.: ÖSTERREICH: Faymann liegt in der Kanzlerfrage erstmals vor Pröll =

Wien (OTS) - SPÖ und Kanzler Faymann im Aufwind. Die
Gallup-Umfrage für die Samstag-Ausgabe der Tageszeitung ÖSTERREICH
(400 Befragte, Zeitraum: 20./21. Mai)sieht die SPÖ erstmals seit der
Europawahl vor der ÖVP. Wären morgen, Sonntag, Nationalratswahlen,
könnte die SPÖ mit 31 Prozent der Stimmen rechnen (gleich viel wie im
April), die ÖVP käme auf 30 Prozent (minus ein Prozent). Die FPÖ legt
nach dem Tief nach der Präsidentenwahl wieder um ein Prozent zu und
käme auf 20 Prozent, die Grünen blieben bei 13 Prozent gleich.

Auch in der Kanzlerfrage liegt Bundeskanzler Werner Faymann vor
Vizekanzler Josef Pröll. Könnte in Österreich der Kanzler direkt
gewählt werden, käme Faymann auf 38 Prozent (plus 1%), Pröll auf 37
Prozent (minus 1%).
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Also, die Karl wird sich mit Hilfe der SPÖ durchsetzen, jede Wette.

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sieht man das erscheinungsbild · von sirius (1939) · 21.05.2010 12:58 Uhr

der fr.univ.prof.karl,ist viel abzulesen wie es lang gehen muss.das kantige fortschrittliche gesicht muss für die obernussknacker in der partei der blanke horror sein.um dieses schreckensszenario los zu werden gibt es nur eine möglichkeit für die vorhin genannten.in pension gehen,alle superprivilegien gehen mit, zuhause bei der hausarbeit helfen. die pension in vollen bezügen geniessen,es ist ja der letzte lebensabschnitt.tränen gibt sicher keine.

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„Betonfraktion reloaded“ · von herbertw (11931) · 21.05.2010 12:33 Uhr

Manchmal ist Zeitung lesen ein vergnügliches Treiben. Besonders dann, wenn man ganz kluge Kommentare lesen darf, wie jenen von Karin Leitner im heutigen Kurier©.
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Unter dem Titel „Betonfraktion reloaded“ moniert sie, dass „Die Beharrer in der ÖVP bildungspolitischen Fortschritt nicht zulassen“.
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Viel Vergnügen beim Lesen: http://www.ich-waehle-uns.at/images/stories/UNS_Dokumente/betonfraktion.pdf

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Artikel 21. Mai 2010 - 00:04 Uhr
Bild vergrößern Karl will die Gesamtschule

Beatrix Karl – ein kühner Blick, passend zu einem kühnen Vorstoß  Bild: APA

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