Sie haben auch in der Wirtschaftskrise Hochkonjunktur: die Wirtschaftsforscher. Einer der namhaftesten in Österreich ist Karl Aiginger, Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts – zugleich einer der derzeit umtriebigsten.
Montag in einer Woche ist Aiginger zu Gast bei der SP-Klubtagung im Burgenland. Er soll über, was sonst, „Wirtschafts- und Budgetpolitik zur Krisenbewältigung“ sprechen. Erst diese Woche ist der Wifo-Chef mit Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl und Ex-Finanzminister Hannes Androsch mit dem Appell, dass die Budgetsanierung auch „ohne neue Steuern möglich“ sei, nach vorn geprescht.
Dass nun ausgerechnet die SPÖ, die ja bei den „G’stopften“ mehr Steuern lukrieren will, Aiginger an ihre Seite holt, ist also nicht ohne Witz. Der Wifo-Chef hat aber bewiesen, dass er seine Positionen ungeachtet des Publikums, vor dem er sie vorträgt, hält: Bei einer Veranstaltung der Arbeiterkammer zum Thema „Verteilungsgerechtigkeit“ eröffnete er seine Ausführungen mit den Worten: „Nicht alles, was Sie von mir hören, wird Ihnen gefallen.“
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Umtriebig gibt sich in nächster Zeit die Regierungsspitze. Zwischen Bundeskanzler Werner Faymann (SP) und Vize Josef Pröll (VP) ist ein regelrechter Reise-Wettlauf entstanden: Pröll fährt Ende Mai, von 25. bis 27., nach Israel. Faymanns erster offizieller Israel-Besuch folgt erst einen Monat später.
Bunt ist in beiden Fällen die Entourage besetzt: Pröll begleitet der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, und die neue Direktorin des Jüdischen Museums, Danielle Spera. Sie ist auch bei Faymann mit an Bord, Schriftsteller Robert Menasse zählt ebenso zu Faymanns Tross.
Einen reisetechnischen Vorsprung hat Faymann: Er fährt von 19. bis 25. Mai als erster österreichischer Regierungschef nach Australien – mit Zwischenstopp in Shanghai.
Der Besuch „Down Under“ ist eher zufällig zustande gekommen: Faymann saß beim Kopenhagener Klimagipfel im Dezember neben dem ebenfalls sozialdemokratischen australischen Premierminister Kevin Rudd. Und weil beim Gipfel wenig weiterging, hatten die beiden Herren umso mehr Zeit zum Plaudern über „Austria“ und „Australia“. Faymanns Visite ist nun der erste Schritt zur Vertiefung der austro-australischen Beziehungen.
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Nicht zur Ruhe kommt Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (VP): Nach den zuletzt heiß geführten Debatten um Uni-Zugangsbeschränkungen will sie nun den Hochschul-Dialog abschließen. Am 17. Mai geht der Zwischenbericht in den Ministerrat, Ende Juni soll der Abschlussbericht ins Parlament.
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