Das 1995 eingeführte Bundespflegegeld deckt die Kosten längst nicht mehr. Vor allem der nötige Ausbau der Pflege zu Hause (mobile Betreuung und Hauskrankenpflege) ist eine finanzielle Herausforderung, die Länder und Gemeinden bald nicht mehr bewältigen können.
Bestätigt wird dies durch eine aktuelle Initiativprüfung des oberösterreichischen Landesrechnungshofs (LRH). Zwar betonen auch die Prüfer, dass der Ausbau der mobilen Dienste vorrangig ist. Allerdings: Seit 1998 seien die Ausgaben fast auf das Dreifache gestiegen, auf 31,1 Millionen Euro alleine in Oberösterreich im Jahr 2008 (siehe auch Grafik). Und „wird nach dem Bedarfs- und Entwicklungsplan weiter ausgebaut, ist mit Ausgaben von 53,2 Millionen Euro, um 71 Prozent mehr, im Jahr 2015 zu rechnen“, sagt LRH-Direktor Helmut Brückner. Nur ein Bruchteil der Kosten, 19 Prozent bei der mobilen Hilfe und 14 Prozent bei der Hauskrankenpflege, sind durch Beiträge der zu pflegenden Menschen gedeckt.
Dabei sind in Oberösterreich die mobilen Dienste noch unterdurchschnittlich ausgebaut. Im Jahr 2008 wurde eine Person im Schnitt 53 Stunden betreut, der Durchschnitt anderer Bundesländer lag bei 119 Stunden.
Fazit des LRH: Das Land müsse sich „umgehend“ mit der Planung der Finanzierung befassen. Die Versorgung – in Oberösterreich sind 13 Soziaorganisationen tätig – gehöre vereinheitlicht und die differierenden Tarife durch ein „Normkostenmodell“ ersetzt. Schließlich rät der LRH auch, zu prüfen, ob die sozial gestaffelten Eigenbeiträge der Kunden noch „einen adäquaten Gegenwert der Betreuungsleistung darstellen“ (siehe Kasten).
„Bestätigt“ sehen sich sowohl Landes-Sozialreferent Josef Ackerl (SP) als auch VP-Klubobmann Thomas Stelzer und die Grünen in ihrer Forderung nach dem Ausbau der mobilen Dienste. Wobei die Differenzen in der Auffassung bestehen, wie die Geldmittel aufzubringen seien. In der ÖVP präferiert man einen eigenen Pflegefonds bzw. eine allgemeine Pflegeversicherung (gefordert von VP-Landesrat Josef Stockinger).
Davon hält Ackerl wenig: „Das würde nur wieder die Arbeitnehmer belasten“. Für Ackerl ist „klar, dass mehr Geld ins System kommen muss“, und zwar über den Weg vermögensbezogener Steuern. Dafür sei aber in erster Linie den Bund zuständig.
sollte nicht dem grassierenden Pflegegeldmißbrauch nicht doch endlich der Kampf angesagt werdem, ist doch das Pflegegeld zur willkommenen "Familienbeihilfe" verkommen..
kann nicht jeder 60 jährige mit einiger Zähigkeit und Unverschämtheit zu Pflegegeld zumindest der Pflegestufe 2 kommen!
halten sich nicht manche zu Hause einige Pfleglinge und beziehen so extrem viel unversteuertes Geld!
Ja nichts gegen Pflege zu Hause, aber bitte Geld nur! für Pflege!
Warum wird die Pflege im Heim extrem! kontrolliert, Pflege zu Hause aber gar nicht!
Warum gibt es Bundesländer, in denen 30% der Pensionisten Pflegegeld erhalten; die rüstige Generation 60 plus!!
Unterstützung ja, aber nicht derartig kritiklos wie jetzt!!
Wofür wurde in den letzten Jahren eigentlich das Geld förmlich zum Fenster hinaus geschmissen? Zum Aufbau einer psychosozialen Anbieterstruktur, die den Familien aufgepfropft wurde und blank jeglicher Standards ist. Vernachlässigt worden ist der Bedarf an Pflegedienstleistungen, für deren notwendigen Ausbau jegliches Konzept fehlt. Die Finanzierung aus Vermögenssteuern ist eine fromme Utopie von Sankt Josef Ackerl. Besser ist der Vorschlag einer Pflegeversicherung, es sollte aber auf größtmögliche Konsumentensouveränität und fachliche Standards geschaut werden.
----das kommt aber noch teurer das sich niemand mehr leisten kann. Nur eine logische Überlegung: Das einbezahlte Geld wird wo angelegt? Welchen Ertrag wirft das jährlich ab für die Aktionäre? Wie ist die Geldentwertung und was bleibt da nach 20 oder 30-Jahren Beitragzahlen übrig für eine Ausbezahlung?
Es gibt nur eine Versicherung die sicher ist und das ist eine Solidarversicherung, wobei die Steuerzahlenden direkt die Kranken "aushalten" - die jetzt Aktiven werden ja auch einmal alt!
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