GRAZ. Die steirischen Gemeinderatswahlen haben begonnen: Die ersten Wahllokale öffneten heute, Sonntag, schon um 6.00 Uhr, ab 7.00 Uhr haben die meisten offen. Wahlschluss ist in den meisten Kommunen zwischen 12.00 und 14.00 Uhr, spätestens aber um 15.00 Uhr. Das vorläufige Endergebnis wird zwischen 17.30 und 18.00 Uhr erwartet.
793.469 Steirer und EU-Bürger wahlberechtigt
Zur Urne geschritten wird in 540 Kommunen, wo sich 1.613 Listen um 7.486 Mandate bewerben. Wahlberechtigt sind 793.469 Steirer und EU-Bürger mit Hauptwohnsitz in der Steiermark, davon 407.891 Frauen und 385.578 Männer. 5,31 Prozent der Wahlberechtigten haben am Freitag, den 12. März, bereits die Möglichkeit der vorgezogenen Stimmabgabe genutzt. Erstmals ist bei Gemeinderatswahlen auch die Briefwahl möglich.
In der Landeshauptstadt Graz sowie in Trieben (vorgezogene Wahl wegen der vorzeitigen Auflösung des Gemeinderates nah einem Finanzskandal) wird nicht gewählt. Das erste Ergebnis wird aus der "Trendgemeinde" St. Ilgen im Bezirk Bruck im obersteirischen Hochschwabgebiet vorliegen.
Probe für Landtagswahlen
Die steirischen Gemeinderatswahlen gelten als Probelauf für die Landtagswahlen im Herbst. 2005 hat das Ergebnis der Gemeinderatswahlen bereits auf den Machtwechsel hingedeutet, den die Landtagswahl im Herbst brachte. Seit ihrem Wiedereintritt in die Bundesregierung hat die SPÖ allerdings bei allen Wahlen Stimmenanteile verloren, auch bei den Kommunalwahlen in Niederösterreich, Tirol und Vorarlberg vor einer Woche.
Bei den Gemeinderatswahlen 2005 schloss die SPÖ in der Steiermark mit einem Zuwachs von 4,50 Prozentpunkten auf 43,33 Prozent zur ÖVP auf, die auf 43,36 Prozent kam. Bei den Gemeinderatssitzen blieb der Unterschied mit 3.818 für die ÖVP und 2.940 für die SPÖ allerdings deutlich. Die FPÖ brach um 5,35 Prozentpunkte auf 5,98 Prozent ein; sie verlor 403 ihrer Gemeinderatssitze und hatte damit nur mehr 314 Mandate. Die Grünen legten leicht auf 2,32 Prozent und 94 Mandate zu, die KPÖ kam auf 0,67 Prozent und 13 Gemeinderäte. Bürger- und Namenslisten eroberten 4,34 Prozent und 328 Mandate.
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