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Marek statt Hahn: Mehr "Buntheit" bei den Schwarzen

„Christine, it’s your turn. Alles Gute.“ Mit diesen Worten hat sich der Wiener Noch-Landesobmann Johannes „Gio“ Hahn am Samstag von der Spitze der Volkspartei verabschiedet und seiner Nachfolgerin Christine Marek noch vor deren offizieller Wahl die Zügel übergeben. Bundesparteichef Josef Pröll streute der Familienstaatssekretärin beim 33. Landesparteitag ebenfalls Rosen.

 Mit ihr werde es gelingen, „Buntheit, Aufbruch, Frühling und Freude“ in die Bundeshauptstadt zurückzubringen. Man müsse gemeinsam kämpfen, um die SPÖ-Mehrheit zu brechen.

Es sei auch für ihn ein besonderer Moment, bei „meiner Volkspartei in Wien“ zu sein, freute sich Pröll. Schließlich habe er etwa die Hälfte seines Lebens hier verbracht: „Die Stadt hat nur einen Fehler:
Sie wird rot regiert.“ Marek sei eine Frau, die von Visionen und Freiheitsdrang geprägt sei: „Ich habe dich kennengelernt als eine Frau mit dem Herz einer Löwin.“ Die 42-Jährige habe neben ihrer beruflichen Karriere auch als allein erziehende Mutter Außerordentliches geleistet: „Wer kann das schon von sich behaupten?“

Auf Bundesebene sah Pröll seine Partei auf dem Weg zurück zur Nummer 1: „Wir verstehen uns nicht als Zehn-Prozent-Partei, sondern als Mehrheitspartei.“ Man zeige überall Stärke, Geschlossenheit und Siegeswillen, was auch für die Wien-Wahl gelte.

Pröll nutzte seine Rede auch, um die kürzlich präsentierten Sparpläne und damit verbundenen Steuererhöhungen der Regierung zu verteidigen. Es sei notwendig, in schwierigen Zeiten diesen „nationalen Kraftakt“ zu leisten: „Ich bin ins Finanzministerium gekommen und habe alles vorgefunden, außer Geld.“ Das Krisenjahr habe das Land an die Grenzen der Finanzierbarkeit gebracht. „Wir müssen vermeiden, was die SPÖ so gerne tut: Zuwarten, abwarten, es wird schon nix passieren.“

Hahn packte zum Abschied die Gelegenheit am Schopf, eine durchwegs positive Bilanz seiner Amtsperiode zu ziehen. „Ich geniere mich nicht, sondern bin stolz darauf, dass ich über Jahrzehnte für die Volkspartei - vor allem hier in Wien - tätig sein durfte“. Er sei der Partei in den vergangenen 15 Jahren wahnsinnig gern vorgestanden - „und ich sage das nicht ohne Selbstbewusstsein: Es waren nicht die allerschlechtesten Jahre für die Wiener Volkspartei.“ Schließlich habe es die ÖVP unter seiner Führung wieder geschafft, die Nummer 2 zu werden: „Ich werde einer der wenigen Obmänner sein, der die Partei mit mehr Mandaten übergibt, als er sie übernommen hat.“

Er sei kritisiert worden, das Angebot nach Brüssel nicht ausgeschlagen zu haben, aber er als „politisches Alphatier“ habe sich diese Chance nicht entgehen lassen können, die Welt ein Stückchen mitgestalten zu dürfen. Zugleich wagte Hahn einen Blick in die Wiener Zukunft. Derzeit sei die Stadt von einem Strukturkonservatismus in Gestalt der SPÖ geprägt. „Das gehört korrigiert - und in Wien, Christine, wirst du das machen.“ Marek könne ihre Überzeugungen durchaus lautstark zum Ausdruck bringen und kenne die Lebensumstände vieler Bundeshauptstädter, die sich oft von dem unterschieden, „was sich viele in der Volkspartei als heile Welt vorstellen“.

Die Rede nützte Hahn auch für Dankesworte an sein Team, allen voran an Landesgeschäftsführer Norbert Walter - „sozusagen mei Bua“. Kurz aus dem Konzept brachten „Gio“ die anwesenden VP-Vertreter der Bundesregierung, als ihm Name von Umweltminister Nikolaus Berlakovich nicht einfallen wollte: „Manchmal hat mich der Alzi schon. Der Sepp (Vizekanzler Josef Pröll, Anm.) würde sagen: Ich bin ein EU-Bürokrat, deswegen fällt mir nichts ein.“ Am Ende seiner Rede erhielt Hahn aus den Händen Mareks das Gemälde „Segel im Kopf“ seines Lieblingsmalers Hannes Mlenek. „Danke, in meinem Büro in Brüssel ist noch viel Platz“, gab Hahn seiner Freude Ausdruck.

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Artikel 13. März 2010 - 13:14 Uhr
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Bild: APA (Pfarrhofer)

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