Zumindest eines hat Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SP) mit ihrer seit Dienstag laufenden PR-Kampagne für eine Bildungsreform schon erreicht – jede Menge Aufmerksamkeit.
Zunächst hatten sich viele Kritikern gefunden, die darin eine aufwändige, aber inhaltsleere Aktion sehen: Das erste Sujet der wie üblich zunächst in Wiener Boulevardmedien geschalteten Inserate zeigen einen Jüngling in den Bergen. Unterlegt von der Botschaft: „Heimat bis du großer Söhne und Töchter. Bildungsreform für Österreich.“
Sie wolle damit die öffentliche Stimmung in Österreich beeinflussen und alle bewegen, das Thema Bildung ernst zu nehmen, hatte Schmied gemeint. Wie hoch die Kosten für diese Stimmungsstimulation sein werden, wollte die Ministerin aber schon bei der Präsentation nicht verraten. Und die könnten erheblich sein. Denn immerhin wurde die Pop-Sängerin Christina Stürmer engagiert, um für die TV- und Radio-Spots eine rockige Neufassung der Bundeshymne zu kreieren. Der Song, unterlegt mit Kindheitsfotos von Wolfgang Amadeus Mozart bis Bruno Kreisky, läuft bereits. Und auch der hat seine Kritiker.
Der Sessler-Verlag, der die Erben von Paula von Preradovic, der Textdichterin der Bundeshymne, vertritt, stößt sich an der Zeile „großer Söhne und Töchter“ in Stürmers Version. Diese Veränderung sei ein „Eingriff in das Persönlichkeitsurheberrecht“, begründete Verlags-Geschäftsführer Ulrich Schulenburg den Protest.
Klage angedroht
Der Anwalt des Verlages, Georg Zanger, verlangt nun von Stürmer und dem Unterrichtsministerium innerhalb von drei Tagen Unterlassungserklärungen. Sollten diese bis Montag nicht einlangen, werde er Klage einbringen und gleichzeitig versuchen, per einstweiliger Verfügung die Ansprüche der Erben durchzusetzen. Es gehe dem Verlag nicht um Geld, so Zanger, „sondern darum, dass das Werk unangetastet bleibt“.
Seitens der für die Kampagne zuständigen Werbeagentur Lowe GGK betonte man, dass Preradovic alle Rechte an dem Auftragswerk an die Republik übertragen habe. Und bei dem Zusatz „und Töchter“ handle es sich nur um eine Anpassung der Sprache.
Schmieds Ministerbüro ließ ausrichten, dass man weder eine Unterlassungserklärung abgeben werde noch die Kampagne zu stoppen gedenke. „Wir stehen etwaigen rechtlichen Schritten vollkommen gelassen gegenüber“, sagte ein Sprecher.
froh das in unseren Breiten das "Hoamatland" gesungen/gespielt wird, hoffe da findet niemand etwas diskriminierendes 
Liedertexte, Märchen usw. spiegeln den Geist einer Zeit.
Deshalb könnte man/frau darüber diskutieren, ob "Wiar a Kinderl sein Muader" noch zeitgemäß ist. Moderne Väter sollten bei dieser Zeile ins Grübeln kommen.
Denk mal über die Vater-Kind und Mutter-Kind Beziehungen der Zeit nach, als dieses Lied getextet wurde.
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