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Widerstand gegen Schulreform

Die vorrangig VP-regierten Bundesländer haben sich bereits strikt gegen eine Zentralisierung im Schulbereich ausgesprochen, jetzt kündigt auch die Lehrergewerkschaft ihren Zweifel an der Reform zur Schulverwaltung an.

Auf Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SP) wartet damit ein heißer Herbst: Hatte sie sich doch bereits bei den Verhandlungen im Frühjahr an der Lehrergewerkschaft die Zähne ausgebissen.

Pflichtschullehrer-Vertreter Walter Riegler bezeichnete gestern Schmieds Vorhaben, ein einheitliches Bundesdienstrecht für Lehrer zu schaffen, als „Wunsch nach Einflussnahme auf die Schulpolitik“. „Denn derjenige, der für die Lehrer zuständig ist, kann die Schulpolitik entscheidend mitgestalten“, warnte Riegler. Außerdem gebe es ohnehin schon ein österreichweites Dienstrecht für Pflichtschul- und AHS-Lehrer. Pflichtschullehrer hätten nur eine höhere Lehrverpflichtung. „Doch wenn man das im positiven Sinn angreift, haben wir nichts dagegen“, sagte der Gewerkschafter.

Eine längere Anwesenheit in den Schulen, wie es der Regierungsplan vorsieht, kann sich Riegler derzeit nicht vorstellen, da die baulichen Voraussetzungen fehlten. Riegler befürchtet jedoch, dass hinter dieser Forderung „den Lehrern zusätzliche Aufgaben zugemutet werden sollen“, etwa Nachhilfe oder Aufsichtspflichten. „Wir wehren uns dagegen, wenn man damit zusätzliche Betreuungseinheiten gratis einkaufen will“, zeigte sich der Gewerkschafter kampfbereit.

Großes Sparpotenzial

Positiv steht der VP-nahe Management Club (mc) den Reformplänen gegenüber. Allerdings bräuchte es einen „radikalen Umbau des Systems“, sagte Schulexperte Bernd Schilcher, der gemeinsam mit dem mc ein eigenes Modell „Schulverwaltung Neu“ präsentierte.

Mit einer massiven Stärkung der Schul- und Regionalebene, der Einsparung der Landesebene und dem Rückzug des Bundes auf strategische Aufgaben könnte so rund eine Milliarde Euro eingespart werden, hieß es. Schilcher: „Die Wurzeln des jetzigen Systems reichen ins pädagogische Paläozoikum zurück. Wir werden uns das nicht mehr leisten können.“

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Artikel 21. August 2009 - 00:04 Uhr
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