Seit Schmied am Mittwoch via Aussendung ihre Pläne zur Erhöhung der Lehrer-Arbeitszeit präsentiert hat, bläst ihr ein Sturm der Entrüstung entgegen - dem sie gestern einen erklärenden Brief an Lehrer, Eltern und Schüler entgegenhielt.
Doch die Kritik kommt längst nicht nur von Lehrergewerkschaftern, selbst die eigene Partei ruft zum Widerstand. Harsch reagierte die im Landtagswahlkampf-Finale stehende Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller: Schmieds Vorstoß komme „zur falschen Zeit“, der Kampf um jeden Arbeitsplatz gelte auch für die Junglehrer, richtete sie ihrer Parteikollegin aus.
Auch im Parlament hatte Schmied gegenüber ihrer Fraktion Erklärungsbedarf: „Ich war genauso überrascht, wie alle anderen“, zeigte sich Bildungssprecher Elmar Mayer überrumpelt. Auch die Idee an sich missfällt ihm: „Ich kann mir das nur im Gesamtpaket mit einem Vorziehen der Dienstrechts-Reform vorstellen“, so Mayer. Gestern Mittag kam Schmied zur Aussprache mit den SP-Vertretern im Unterrichtsausschuss ins Parlament - überzeugen konnte sie etwa die oberösterreichische Abgeordnete Sonja Ablinger nicht: „Ich verstehe die Aufregung an den Schulen“, so Ablinger.
Parteichef und Kanzler Werner Faymann äußerte sich nicht. Seine Sprecherin ließ ausrichten, er stehe voll hinter Schmied.
Absprache oder nicht?Keinen Rückhalt gibt auch die VP. Im Gegenteil - darüber, ob Schmieds Pläne mit Finanzminister Josef Pröll (VP) abgesprochen waren, wird sogar hart gestritten. Die SP ventiliert folgende Version: Die VP hätte einigen Medien am Dienstag Details aus dem Budget zugespielt - unter anderem Schmieds Pläne für die Lehrer-Arbeitszeit. Ihr wäre nichts anderes übrig geblieben, als dies am Mittwoch zu bestätigen. Ein Protokoll der Sitzung, in der Pröll Schmied Unterstützung für ihre Pläne zugesagt haben soll, hält die SP unter Verschluss. In der VP wird jegliche Absprache mit Pröll dementiert, die Veröffentlichung der Budgetdaten sei aus dem Kanzleramt gekommen.
Inhaltlich gibt es ebenfalls Kritik: „Das kommt mit Sicherheit nicht“, polterte Beamtengewerkschafter Fritz Neugebauer. Lehrervertreter aller Lager schlossen sich der Kritik an. VP-Klubchef Karlheinz Kopf wollte zwar nicht so deutlich werden, sprach aber auch von einer missglückten Vorgehensweise. Und bei Vorhaben abseits des Koalitionsabkommens gebe es „offenbar doch erhöhten Diskussionsbedarf“, sagte er.
Das koalitionäre Kuschelklima ist gestört: SP-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas bemühte sich zwar auch um Kalmierung, von Regierungskrise könne keine Rede sein. Andere SPler schimpfen hinter vorgehaltener Hand aber schon wieder über „fehlende Handschlagsqualität der VP.
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Die SPÖ hat mit Steuergeld eine Umfrage durchführen lassen, wobei 500 Österreicher gefragt wurden, ob sie die Verlängerung der Lehrerarbeitszeit für gerechtfertigt halten. NUR 67% haben das Kreuzerl an der richtigen Stelle gemacht. Das heißt, dass die unerträgliche Polemik der Frau BM bezüglich der "Umschichtung" der Arbeitszeit zu mehr Unterrichtszeit immerhin von einem intelligenten Drittel als das erkannt wurde, was es ist. Man muss doch die Abfertigung und Boni zB eines Ötsch und der ehrenwerten Gesellschaft seiner Kumpane nach 3 Jahren so erfolgreicher Tätigkeit von 1,1 Mio, was in etwa der Lebensverdienstsumme eines AHS-Lehrers entspricht, schon refinanzieren (auch Sie werden noch einen Beitrag leisten!). Eine Umfrage über Reduktion der Abgeordneten auf die Hälfte (sollen Arbeitszeit einfach umschichten), Auflösung des Bundesrats und des Bundespräsidentenamts, eine Minderung der Politikergehälter um 25% (einfach umschichten) erhält so sicher 100% Zustimmung.
In allen diesbezüglichen Foren, betreffend "2 Std. Mehrarbeit" für Lehrer, ist festzustellen, dass viele Postings
aus Lehrerhand während der Vormittagszeit, also Unterrichtszeit, geschrieben werden! Ich denke, dass eventuelle "Freistunden" besser für die "Vorbereitung" genützt werden sollten, oder sind es etwa gar keine Freistunden?
Manche gehen während ihrer Freizeit in die Schule, aber nur um dort das Internet gratis zu benützen. In welchem Fach habt ihr eigentlich das seit Jahrzehnten unerträgliche jammern gelernt. Fakt ist, die Lehrer gehören zu den streikfreudigsten und auch zur geldgierigsten Berufsgruppe. Jeder kleinste Handgriff muß abgegolten werden, aber euch könnte man mit dieser Einstellung in der Wirtschaft sowieso nicht gebrauchen.
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