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Wie die Partnerinnen der Spitzenkandidaten wirken

WIEN. Kern, Kurz und Strache inszenieren ihre sanfte Seite.

Wie die Partnerinnen der Spitzenkandidaten wirken

Ehepaar Kern beim Life Ball. Bild: APA

Im französischen Wahlkampf stand Brigitte Macron stets selbstbewusst an der Seite ihres Ehemanns: Die Geschichte, wie sich Emmanuel als 15-Jähriger in seine 25 Jahre ältere Lehrerin verliebt hatte, brachte Aufmerksamkeit und wohl auch Sympathie.

Die Familie gehört zum Gesamtimage eines Kandidaten. Es war kein Zufall, dass Kanzler Christian Kern (50) zum Vatertag mehrere Interviews gab und über seine Jahre als Alleinerzieher des ersten Sohnes, seine insgesamt vier Kinder und seine zweite Ehe mit Eveline Steinberger-Kern schwärmte. "Ich bin dem Schicksal ewig dankbar, diese Frau kennengelernt zu haben", streute er ihr Rosen.

VP-Spitzenkandidat Sebastian Kurz (30) wehrte diesen Sonntag im Ö3-"Frühstück bei mir" Fragen zum Privatleben ab. Seine Freundin Susanne, mit der er, seit er 18 ist, zusammenlebt, habe kein Interesse, medial vorzukommen. Ehe und Kinder seien geplant ebenso wie die Anschaffung eines Hundes nach der Wahl, sagte Kurz. "Ich möchte gerne nach meiner Arbeit beurteilt werden und muss da nicht meine Familie vor den Vorhang holen." Bei wichtigen Society-Terminen wie beim Jägerball oder beim Neujahrskonzert war die Wirtschaftspädagogin präsent.

Kurz entsteht kein Schaden

"Wenn ein Partner nicht in der Öffentlichkeit stehen will, ist es zu respektieren. Es entsteht kein großer Schaden, es nicht zu machen", analysiert die Kärntner Politologin Kathrin Stainer-Hämmerle im Gespräch mit den OÖNachrichten.

Kern wählt im Gegensatz zu Kurz einen anderen Weg, der auch zur Gratwanderung werden kann. Seine Frau Eveline, eine erfolgreiche Start-up-Unternehmerin, begleitete ihn zum Life Ball ebenso wie zum Staatsbesuch nach Israel. Mehrfach gab sie Interviews.

"Einerseits signalisiert Kern, dass er eine selbstbewusste Partnerin hat. Andererseits läuft er Gefahr, als Mann wahrgenommen zu werden, der zu sehr auf seine Frau hört", sagt Stainer-Hämmerle. Immerhin vermittle der SP-Chef dadurch, dass er eine Beziehung auf Augenhöhe führe, seine frauenpolitischen Aussagen wirkten durch die starke Partnerin an seiner Seite glaubwürdig.

Authentisch erscheint auch FP-Obmann Heinz-Christian Strache (48), der im Vorjahr die knapp 20 Jahre jüngere TV-Moderatorin Philippa Beck (nun Strache) ehelichte. "Er hat eine fesche junge Frau: Mit ihr könnte er nicht für Frauenrechte werben, aber sie lässt auch ihn jünger wirken", sagt die Politologin.

Auf dem Society-Parkett

Die Grüne Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek nimmt ihre Partnerin zu Repräsentationsterminen mit. Neos-Chef Matthias Strolz bringt Erzählungen über seine Ehefrau und seine Kinder zwar in die Politik ein, aktiv in den Vordergrund gerückt werden sie nicht. Schwieriger war es für die frühere Grünen-Chefin Eva Glawischnig gewesen: Mit ihrem Ehemann TV-Moderator Volker Piesczek bewegte sie sich auf dem Society-Parkett und wurde dafür intern auch angefeindet.

Dass man die Öffentlichkeit als Politikergattin nicht gänzlich meiden kann, lernte Doris Schmidauer im Hofburg-Wahlkampf. Anfangs scheute sie das Rampenlicht. Kurz vor dem entscheidenden Wahlgang bewarb sie in einem Video die Vorzüge ihres Mannes Alexander Van der Bellen – um neue Zielgruppen anzusprechen.

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Artikel Annette Gantner 19. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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