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Schönborn verteidigt Gespräche mit Piusbrüdern

PASSAU/HAMBURG. Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn hat das Verhalten von Papst Benedikt XVI. im Umgang mit der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) des verstorbenen exkommunizierten Konzilsgegners Erzbischof Marcel Lefebvre verteidigt. Es sei nicht so, dass Rom der Bruderschaft alles nachsehe, sagte Schönborn der "Passauer Neuen Presse" vom Samstag. Bei den in den nächsten Tagen beginnenden Verhandlungen im Vatikan werde den Pius-Brüdern "sehr klar dargelegt werden", was für den Heiligen Stuhl nicht verhandelbar sei. Dazu gehörten die Haltung zum Judentum, zu den anderen christlichen und nichtchristlichen Religionen und zur Religionsfreiheit als grundlegendem Menschenrecht.

Das katholische Kirchenoberhaupt habe gute Gründe, den Dialog mit den traditionalistischen Lefebvre-Anhängern zu suchen: "Papst Benedikt XVI. sieht es mit Recht als seine Pflicht an, für die Einheit der Kirche einzutreten", sagte Schönborn. "Nur das steht hinter seinen Bemühungen, eine Gruppe von Katholiken, die sich von der Kirche getrennt hat, wieder ins Boot zu holen." Der Papst hatte im Jänner die unter seinem Vorgänger Johannes Paul II. verfügte Exkommunikation der vier von Lefebvre ohne päpstliche Erlaubnis geweihten Bischöfe aufgehoben.

Gegen die vom Papst gewünschten Gespräche mit den Pius-Brüdern - von ihren Gegnern abschätzig "Lefebvrianer" oder "Lefebvristen" genannt - gibt es starke Widerstände sowohl im deutschen als auch im französischen Episkopat, insbesondere nach dem Eklat um die Holocaust-Infragestellung durch den daraufhin von den Pius-Brüdern gemaßregelten Bischof Richard Williamson. Die Traditionalisten haben erklärt, dass es zu Fortschritten bei den Gesprächen nur dann kommen werde, wenn der Heilige Stuhl "die Irrtümer anerkennt, in welche die Kirche durch das (Zweite Vatikanische) Konzil (1962-65) geführt worden ist".

Vor seiner Wahl zum Papst im Jahr 2005 hatte sich Kardinal Joseph Ratzinger wiederholte Male kritisch zu Auswirkungen der - von den Traditionalisten heftig bekämpften - Liturgiereform des Konzils geäußert. Der "Wildwuchs" gottesdienstlicher Formen und liturgischer Missbräuche müsse beendet werden, erklärte er. In seinem Buch "Der Geist der Liturgie" warnte Benedikt XVI. vor "einer zur Show degenerierten Liturgie, in der man die Religion mit modischen Mätzchen interessant zu machen versucht".

von snugs (775) · 13.09.2009 09:15 Uhr
modischen Mätzchen

Modischen Mätzchen gab es schon damals. Damals, als das Zölibat eingeführt wurde, damals als die Frauen ausgeschlossen wurden, damals als der Klerus Regeln aufstellte, die es vorher nicht gab. Damals passte sich die Kirche irgendwelchen Gegebenheiten an. Heute nicht mehr, heute will sie zurück, zu Regelungen, die irgendeinmal irgendwer eingeführt hat. Regelungen, die damals vielleicht richtig waren, gehören hinterfragt, ob sie auch heute noch richtig sind, denn nur eine lebendige Gemeinschaft hat bestand.

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Artikel 12. September 2009 - 13:25 Uhr
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