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SPÖ will mehr Frauen für ein Berufsheer gewinnen

WIEN. Die bundesweite Volksbefragung über Wehrpflicht oder Berufsheer findet erst am 20. Jänner nächsten Jahres statt. Aber die ersten Wahlberechtigten können bereits diese Woche ihr Kreuz machen. Am Montag begannen die Gemeinden mit dem Versand der Wahlkarten.

SPÖ will mehr Frauen für ein Berufsheer gewinnen

Derzeit sind beim Bundesheer nur zwei Prozent des Kaderpersonals weiblich. Bild: APA

Die Stimmkarten müssen spätestens am 20. Jänner bei der Bezirkswahlbehörde vorliegen (nachdem am Sonntag keine Post zugestellt wird, sollten sie schon am Freitag, 18. Jänner, ankommen).

„Alte Strukturen aufbrechen“

Die Werbung für die jeweiligen Standpunkte kommt allmählich auf Touren. Die Grünen empfahlen gestern offiziell, für die Abschaffung der Wehrpflicht zu stimmen. „Die Wehrpflicht ist die sinnloseste Aufgabe des Bundesheeres“, meinte der Grünen-Sicherheitssprecher Peter Pilz mit einem schrägen Superlativ.

Die SPÖ-Spitze hat sich längst festgelegt. Sie ist gegen die Wehrpflicht. Am Montag wurde Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek mobilisiert. Ein Profiheer brächte mehr Frauen zu den Streitkräften, rechnete die Ministerin vor. Beim Kader betrage der Frauenanteil zwei Prozent. Es sei „hoch an der Zeit, gewachsene Strukturen aufzubrechen.“

Für Verteidigungsminister Norbert Darabos ist der Zielwert für 2015 sechs Prozent. Im Endausbau könnten es, wie in anderen Ländern, 15 Prozent sein.

Für Darabos ist die Wehrpflicht schuld am derzeit geringen Frauenanteil; es sei nicht notwendig, aktiv Rekrutinnen anzuwerben. In ein paar Jahren werde es aber zu wenige Männer geben.

Kein neues VP-Modell

Der Regierungspartner ÖVP versteht nicht, warum man ein Berufsheer braucht, um Soldatinnen zu werben. „Die freiwillige Möglichkeit, dass Frauen zum Heer gehen, gibt es schon“, betonte VP-Generalsekretär Hannes Rauch. Er wiederholte die VP-Forderung, Darabos möge das Bundesheer reformieren. Dabei könne er es „gleich so attraktiv gestalten, dass auch mehr Frauen das Bundesheer als attraktiven Arbeitgeber sehen.“ Die Volkspartei bleibe bei ihrer Linie: „Ja zum Erhalt der sechsmonatigen Wehrpflicht und des neunmonatigen Zivildienstes.“

Ein neues Heeresmodell wird die ÖVP für die Befragung nicht vorlegen. Ihre Strategen bekräftigen: „Unser Modell steht doch in der Bundesverfassung.“ (chk)

 

Zur Entscheidung

Die Frage, über die alle Wahlberechtigten am 20. Jänner abstimmen können, lautet: „Sind Sie für die Einführung eines Berufsheeres und eines bezahlten freiwilligen Sozialjahres – oder sind Sie für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht und des Zivildienstes?“ Es ist die erste österreichweite Volksbefragung in der Zweiten Republik. Das Resultat wird für SPÖ und ÖVP verbindlich sein.

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Artikel 18. Dezember 2012 - 00:05 Uhr
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