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Reha-Geld: 40 Prozent finden auf den Arbeitsmarkt zurück

WIEN. Zwischenbilanz nach zwei Jahren: Hohe Zahl an psychischen Erkrankungen.

Schwarzgeldgeschäfte bringen Sanatorium in Not

Bild: Colourbox

Vor zwei Jahren wurde das "Rehabilitationsgeld" eingeführt: Die Bundesregierung versprach sich dadurch ein Eindämmen der Zugänge zur Invaliditätspension, die in den Jahren davor massiv angestiegen waren. Seit Jänner 2014 gibt es eine befristete Pension wegen Invalidität bzw. Erwerbsunfähigkeit nur noch für Personen über 50 Jahre. Für Jüngere ist bei befristeter Erwerbsunfähigkeit das Rehabilitationsgeld vorgesehen (siehe auch Kasten).

Doch wie wirkt sich die Neuregelung aus? Tatsächlich ist die Zahl der Neuzugänge in die Invaliditätspension auf rund 15.000 (Zahlen 2015) gesunken. Das sind um 25 Prozent weniger als im Jahr davor.

41 Prozent wieder gesund

Reha-Geld haben mit Ende des Vorjahres 18.546 Personen bezogen. Rund ein Drittel war unter 40 Jahre alt. In 3155 Fällen wurde der Bezug von Reha-Geld beendet. In fast der Hälfte dieser Fälle, 48 Prozent, wurde eine Einstufung als "dauerhaft berufsunfähig" nachgeholt. Diese Personen gingen schließlich doch in Pension. 41 Prozent wurden als "wieder gesund" eingestuft (siehe Grafik).

Auffällig sind die Diagnosen, weshalb Reha-Geld zugesprochen wurde. Die Arbeiterkammer verweist seit Jahren auf einen drastischen Anstieg der Zahl psychischer Erkrankungen. Das zeigt auch die jetzt vorliegende Statistik. Fast drei Viertel – 72,6 Prozent – beziehen Rehabilitationsgeld wegen einer psychischen Erkrankung. Früher "klassische" Gründe für eine Frühpension (wie Schäden des Bewegungsapparates) sind nur zu einem relativ geringen Prozentsatz der Grund. Damit werden auch die Daten einer vor kurzem veröffentlichten IHS-Studie bestätigt.

Zufrieden mit dieser ersten Zwischenbilanz zum Reha-Geld zeigte sich Sozialminister Alois Stöger (SP): "Wenn mehr als 40 Prozent wieder als gesund eingestuft werden und zurück ins Arbeitsleben kommen, ist das ein zufriedenstellendes Ergebnis und ein Fortschritt", sagt Stöger. Trotzdem müsse man "das System weiterentwickeln", vor allem in Richtung Früherkennung gesundheitlicher Probleme.

Der Obmann der Pensionsversicherungsanstalt, Manfred Felix, meinte, speziell bei psychischen Problemen müssten "ungünstige Krankheitsverläufe so früh wie möglich abgewendet" werden. Auch Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl verwies auf die hohe Zahl psychischer Erkrankungen, hier müsse man ansetzen.

183.000 Pensionen

Laut Daten der Statistik Austria bezogen 2014 rund 183.000 Personen in Österreich eine Invaliditätspension, davon rund 128.000 Männer und 55.000 Frauen. Die Höchstzahl von mehr als 300.000 wurde nicht zuletzt auch deshalb verringert, weil seit 2011 die Bezieher ab Eintritt in das Regelpensionsalter (60 Jahre bei Frauen, 65 bei Männern) bei den Alterspensionen eingerechnet werden.

 



PDF Datei (7.29 MBytes.)

 

Reha-Geld und Pension

Invaliditätspension wird seit 2014 nicht mehr befristet gewährt. Anspruch auf I-Pension besteht nur bei dauernder Invalidität bzw. Berufsunfähigkeit. Entscheidend ist eine ärztliche Begutachtung.

Rehabilitationsgeld gibt es bei Berufsunfähigkeit von mindestens sechs Monaten. Den Bescheid erstellt die Pensionsversicherungsanstalt. Die Mitwirkung an Reha-Maßnahmen ist verpflichtend. Das weitere Vorgehen entscheidet die Krankenversicherung nach Überprüfung spätestens nach einem Jahr. Das Reha-Geld in Höhe des Krankengeldes wird von der Krankenversicherung ausbezahlt.

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Artikel OÖN 09. Februar 2016 - 00:04 Uhr
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