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Rauchverbot: "Meilenstein in der gesundheitspolitischen Jugendpolitik"

KREMS. Ein klares "Ja" der Bundesländer gab es zum neuen Rauchverbot für unter 18-Jährige. Auch Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Thomas Stelzer ist erfreut über den Beschluss.

Österreich sei neben Belgien und Luxemburg das letzte Land in Europa, in dem Rauchen ab 16 erlaubt ist. Bild: Colourbox

Das Rauchverbot für Jugendliche soll in Österreich Mitte 2018 bis zum Alter von 18 Jahren ausgedehnt werden. Die Bundesländer tragen diesen Vorschlag von Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) mit, wie der Beschluss der Jugendlandesräte bei einer Konferenz in Krems ergab. Zudem einigten sich die Referenten darauf, an der Harmonisierung der Jugendschutzbestimmungen zu arbeiten.

Zwei Tage lang wurden 17 Tagesordnungspunkte konstruktiv beraten, resümierte Niederösterreichs Landesrat Karl Wilfing (ÖVP) in einer gemeinsamen Pressekonferenz am Freitag. Einer der Schwerpunkte galt dem Ansatz, Jugendarbeit mit Integrationsgedanken zu verknüpfen und Maßnahmen zu erarbeiten.

Die Anhebung des Schutzalters, ab wann man Zigaretten kaufen und rauchen darf, stieß auf harmonische Übereinstimmung, so Wilfing. Studien würden belegen, dass ein höheres Einstiegsalter positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat und die Raucherzahlen verringert. Österreich habe zwar schon sehr viele Verbote, dieses sei "absolut sinnvoll".

Österreich ist "Europameister" bei jugendlichen Rauchern

Österreich sei neben Belgien und Luxemburg das letzte Land in Europa, in dem Rauchen ab 16 erlaubt ist. "Wir sollten also den anderen Ländern folgen", sagte Karmasin. Österreich sei "Europameister" bei jugendlichen Rauchern. In der Frage der Jugendgesundheit gehe es aus Bundesländersicht auch darum, eine glaubwürdige Position einzunehmen, meinte Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). In jungem Alter zu rauchen sei schädlich und bewirke eine noch schlimmere Abhängigkeit.

Die Ministerin bezeichnete den Beschluss der Länder, in ihren Landtagen entsprechende Beschlüsse zu fassen, als Meilenstein in der gesundheitspolitischen Jugendpolitik. Bis zum Inkrafttreten Mitte 2018 werde der Bund in Zusammenarbeit mit Netzwerken ein Maßnahmenpaket für wirksame Prävention erarbeiten.

Einig war man sich, dass es nicht um den erhobenen Zeigefinger und zusätzliche Sanktionen gehe, sondern um Prävention. Wilfing erklärte, dass die Trafikanteninnung im Vorfeld ihre Unterstützung bei der Einhaltung der neuen Regelung zugesagt habe.

Unter dem Vorsitz von NÖ wird eine Arbeitsgruppe zur Harmonisierung der Jugendschutzbestimmungen (wie es sie in Wien, NÖ und dem Burgenland bereits gibt, Anm.) eingerichtet, in der u.a. einheitliche Ausgeh-Zeiten für Jugendliche erarbeitet werden sollen. Ergebnisse sollen bei der nächsten Jugendreferentenkonferenz in einem Jahr in Tirol vorliegen. "Es hätte nicht besser laufen können", sprach Karmasin von einer der konstruktivsten Tagungen bisher.

Stelzer: „Freue mich über einstimmigen Beschluss“

„Auch wenn ich kein großer Freund neuer Verbote bin, wurde heute ein wichtiger und notwendiger Beschluss gefasst“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Thomas Stelzer und regt an: „Eine Harmonisierung aller relevanten Jugendschutzbestimmungen wäre durchaus notwendig. Dafür bin ich auch zu haben.“

Rendi-Wagner erfreut über Beschluss

Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) hat sich über den Beschluss der Jugendlandesräte zum Rauchverbot für Unter-18-Jährige erfreut gezeigt. "Als Gesundheitsministerin ist es mir ein großes Anliegen, das Einstiegsalter beim Rauchen zu heben", sagte sie am Freitag in einer Stellungnahme gegenüber der APA, denn: " Wir sind in Österreich beim Einstiegsalter leider immer noch Spitzenreiter."

Wer jung anfängt zu rauchen, habe ein höheres Suchtpotenzial, so Rendi-Wagner - "das heißt, wir müssen mit der Prävention früh ansetzen". Daher freute sich die Ministerin ebenso darüber, dass sich die Länder auch auf begleitende Präventionsmaßnahmen verständigt haben. Rendi-Wagner verwies dabei auch auf internationale Studien, die zeigten, dass eine Kombination aus Rauchverboten und präventiven Begleitmaßnahmen zu einer spürbaren Verringerung von jugendlichen Rauchern führe.

Lob für den Beschluss kam auch von der Österreichischen Krebshilfe und der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (OeGHO). "Wir sind froh, dass wir mit unserem Anliegen gehört wurden und die Entscheidungsträger diesen gemeinsamen Schritt gehen werden", meinte Krebshilfe-Präsident Paul Sevelda. "Erstmals kommt damit dank der Initiative von Familienministerin Sophie Karmasin eine österreichweit einheitliche Regelung auf Schiene."

Kinder- und Jugendanwälte begrüßen Initiative

Auch die Kinder- und Jugendanwälte Österreichs begrüßten die Initiative. Allerdings bedürfe es parallel dazu weiterer konkreter Maßnahmen, wie ein generelles Verbot von Zigarettenautomaten, eine Ausweitung sowie gesetzliche Legitimation des Mystery Shopping und die Einhaltung des Nikotinkonsumverbotes auf Schulgeländen.

Eine Vereinheitlichung des Jugendschutzgesetzes forderte anlässlich des beschlossenen Rauchverbots bis 18 die Katholische Jugend. "Das Festhalten mancher Bundesländer an ihren spezifischen Regelungen als Ausdruck ihrer Souveränität ist, angesichts der Mobilität Jugendlicher heutzutage, nicht nur nicht zeitgemäß, sondern nur noch peinlich", meinte deren Vorsitzender Matthias Kreuzriegler.

 

 

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Artikel nachrichten.at/apa 31. März 2017 - 16:16 Uhr
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