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Khol ersetzt Pröll im Hofburg-Rennen

WIEN. Der Seniorenbund-Chef und Ex-Klubobmann unter Schwarz-Blau soll auch ein Signal an freiheitliche Wähler sein.

Khol ersetzt Pröll im Hofburg-Rennen

Reinhold Mitterlehner mit seinem Leider-nicht-Kandidaten Erwin Pröll Bild: APA

Wer kommt statt Erwin Pröll? Nach der überraschenden Absage des niederösterreichischen Landeshauptmannes wartete alles gespannt, wen VP-Obmann Reinhold Mitterlehner seinem Vorstand am Sonntag als Kandidat für die Bundespräsidentschaftswahl präsentieren wird.

"Die Person steht seit einigen Tagen fest", hieß es aus der Parteizentrale. Mitterlehner habe die zwei Wochen zwischen Prölls Absage knapp vor Weihnachten und deren Bekanntgabe am Donnerstagabend für die Suche genutzt.

Gefunden habe man einen "sehr soliden Politprofi" mit Erfahrung in der Spitzenpolitik. Im Lauf des Freitagnachmittags wurde klar, dass es sich dabei um Seniorenbund-Obmann Andreas Khol handelt, wie den OÖNachrichten aus Mitterlehners Umfeld bestätigt wurde. Der 74-Jährige war ab 2000 als Klubobmann eine Schlüsselfigur in der schwarz-blauen Koalition unter Wolfgang Schüssel. Er könnte spätestens in der Stichwahl FP-Sympathisanten gewinnen, so ein kolportiertes Kalkül. Denn das könnte ein entscheidender Faktor im erwarteten Duell mit Rudolf Hundstorfer (SP) sein.

Als Universitätsprofessor wäre der Verfassungsjurist auch ein intellektuelles Gegenangebot zur Höchstrichterin Irmgard Griss und zum grünen Wirtschaftsprofessor Alexander Van der Bellen. Khol selbst wollte sich am Samstag dazu nicht äußern. "Sie erreichen mich heute nicht", meinte er scherzhaft und bat um Verständnis. Noch am Donnerstag hat er im Hinblick auf eine Kandidatur von Pröll gemeint: "Die Partei liegt ihm zu Füßen."

Kreativ-Varianten

Davor sollen jedenfalls auch "Kreativ-Varianten" wie der scheidende Rechnungshof-Präsident Josef Moser als schwarz-blauer Gemeinschaftskandidat geprüft – und letztlich verworfen worden sein. Schon lange kein Thema mehr war ein gemeinsamer Koalitionskandidat mit der SPÖ.

Besonders intensiv soll Mitterlehner zuletzt nach einer geeigneten Frau gesucht haben, hieß es aus Parteikreisen. Ganz oben auf der Liste fand sich Helga Rabl-Stadler. Die Präsidentin der Salzburger Festspiele sei vor allem ein Angebot für ein Elite-Publikum, soll ein häufiger Einwand gewesen sein. Genannt wurde auch die ehemalige steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic, die allerdings keine Ambitionen für ein Comeback auf der Politik-Bühne gezeigt habe.

Zwei Oberösterreicher

Mit Landeshauptmann Josef Pühringer und Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl fanden sich auch zwei Oberösterreicher auf der Shortlist des Parteichefs. "Die Nennung ist eine Ehre, aber das ist es auch schon", nahm sich Pühringer am Freitag selbst aus dem Rennen.

Leitl, dem Ambitionen auf das Bundespräsidentenamt nachgesagt wurden, wollte sich "nicht vor Sonntag" äußern. Aktiv soll er sich zuletzt aber nicht mehr als potenzieller Präsidentschaftskandidat eingebracht haben.

Andere prominente Bürgerliche taten es Pühringer gleich und beendeten alle Spekulationen vorab durch definitive Absagen: "Eine Kandidatur wird ausgeschlossen", erklärte etwa Ex-Raiffeisen-Generalanwalt und Flüchtlingskoordinator Christian Konrad. Ein weiterer Niederösterreicher, der VP-Delegationschef im EU-Parlament, Othmar Karas, hätte zwar als Schwiegersohn des verstorbenen Altbundespräsidenten Kurt Waldheim eine familiäre Bindung zum Amt – und entsprechende Ambitionen. Karas sagte aber ebenfalls ab.

Auch für den ehemaligen EU-Kommissar Franz Fischler stand am Freitag fest: "Ich bin nicht der Kandidat." Der soll mit Andreas Khol ein anderer Tiroler werden.

 

Präsidentschaftskandidaten ÖVP (Grafik):



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Artikel Lucian Mayringer und Markus Staudinger 09. Januar 2016 - 00:05 Uhr
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