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Hitlers Tod und ein sechsfacher Kindermord

In Berlin erschießt sich Adolf Hitler, die Goebbels töten ihre eigenen Kinder und dann sich selbst.

Hitlers Tod und ein sechsfacher Kindermord

Magda und Joseph Goebbels mit ihren sechs Kindern Bild: Bundesarchiv

Der Führer habe "sein Leben im Kampf gegen den Bolschewismus geopfert", berichtete die Oberdonau-Zeitung in Linz am 2. Mai 1945. Einen "Heldentod" sei Adolf Hitler gestorben – die Propaganda ließ auch in den letzten Kriegstagen nicht nach.

Viel Heldenhaftes lässt sich am Tod Hitlers nicht erkennen. In seinem Bunker – fünf Meter unter der Berliner Erde – erschoss er sich am 30. April zwischen 15 und 15.30 Uhr, seine Geliebte Eva Braun zerbiss eine Zyankalikapsel. Streng genommen hieß sie zu dem Zeitpunkt Hitler. In einer bizarren Zeremonie im Führerbunker hatte der selbst ernannte "Größte Feldherr aller Zeiten" (Gröfaz) sie 40 Stunden zuvor noch geheiratet – letzter Sektempfang inklusive.

Kranke Welt im Führerbunker

Zum Grabmal wurde der Führerbunker auch für sechs wehrlose Kinder – Helga, Hilde, Helmut, Holde, Hedda und Heide. Joseph und Magda Goebbels befahlen am 1. Mai einem SS- Mann, ihren Sprösslingen – die Jüngste war vier, die Älteste zwölf – Morphium zu spritzen. Als sie tief und fest schliefen, ließ Magda Goebbels Zyankalikapseln in ihren Mündern zerdrücken. Dann ging sie mit ihrem Mann in den Garten, beide schluckten selbst Gift.

"Meine Kinder sollen lieber sterben, als in Schande und Spott zu leben", hatte Magda Goebbels Tage zuvor zur Kunstfliegerin Hanna Reitsch gesagt. Reitsch hatte darauf gedrängt, die Kinder aus dem Bunker zu bringen. Joseph Goebbels wiederum habe, wie der "Spiegel" vermutet, die Angst getrieben, Stalin könnte seine Kinder nach Moskau schaffen, um sie dort zu Kommunisten umzuerziehen – kranke Welt im Führerbunker.

Der Kampf um Berlin war da schon fast zu Ende. Am 2. Mai kapitulierte General Helmuth Weidling und übergab die deutsche Hauptstadt den Sowjets.

In Oberösterreich rückten US-Truppen am 2. Mai nun auch südlich der Donau vor. Sie nahmen Braunau ein – kampflos, auch wenn Gauleiter August Eigruber in Linz befohlen hatte, die Stadt unbedingt zu halten. Schärding wurde dagegen 18 Stunden beschossen, bevor die Amerikaner einrücken konnten. Im Mühlviertel war General George S. Pattons "Third Army" unterdessen schon tags zuvor zur Großen Mühl vorgestoßen.

Gauleiter August Eigruber, der am 30. April noch das Standrecht hatte ausrufen lassen, gab sich von all dem nach außen hin unbeeindruckt. "Mit jedem Mittel" sei das Ausstecken weißer Fahnen zu verhindern, befehligte er Truppen und Bevölkerung noch am 2. Mai. Zwei Tage später setzte er sich aus Linz ab und flüchtete Richtung Kirchdorf/Krems.

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Artikel Markus Staudinger 30. April 2015 - 00:04 Uhr
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