Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Donnerstag, 23. November 2017, 23:04 Uhr

Linz: 1°C Ort wählen »
 
Donnerstag, 23. November 2017, 23:04 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Politik  > Innenpolitik

Hammerschmid will 5000 zusätzliche Lehrer für benachteiligte Schulen

WIEN. 5000 Pädagogen mehr sollen in den kommenden drei bis vier Jahren an rund 520 Schulstandorten mit vielen sozial benachteiligten Schülern tätig werden.

Hammerschmid

Bildunsgministerin Sonja Hammerschmid Bild: (Weihbold)

Diesen Plan hat Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) am Montag in Wien vorgestellt. Bereits ab Herbst werde etwa 500 Schulen, die bei den Bildungsstandards unter ihrem Potenzial abschneiden, mit einem eigenen Maßnahmenpaket geholfen.

"Qualitätsoffensive"

Dass rund 20 Prozent der Schüler zumindest teilweise Grundkompetenzen in Lesen, Schreiben oder Mathematik nicht erreichen, sei "für ein Land wie Österreich inakzeptabel", sagte die Ministerin. Die Qualitätsoffensive ziele daher auf zwei Schultypen ab: So liegen bei dem Projekt "Grundkompetenzen absichern" Schulen im Fokus, die bei sich Bildungs-Testungen sozusagen unter jenem Wert verkaufen, den sie aufgrund der grundsätzlichen Voraussetzungen am Standort erreichen könnten. Die zusätzlichen Pädagogen sollen wiederum an Standorten arbeiten, die von besonders vielen Schülern mit nichtdeutscher Muttersprache sowie Schülern, deren Eltern lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügen, besucht werden.

Die Anzahl an Schulen die von beiden angekündigten Maßnahmen profitieren sollen, belaufe sich österreichweit auf rund 140 bis 150. Da die Hauptprobleme an den 520 "Schulen mit besonderen Herausforderungen" vor allem das oft sehr unterschiedliche Sprachniveau der Taferlklassler betreffen, werde man viel Aufmerksamkeit auf die Einstiegsphase in die Volksschule und Umstiegsphasen danach legen.

300 Mllionen Euro

Für die Umsetzung dieses Vorhabens brauche es jedenfalls zusätzliche budgetäre Mittel. Sie werde daher umgehend "einen Brief an Finanzminister Schelling (ÖVP) schreiben". Mit zusätzlichen 300 Mllionen Euro pro Jahr sollte dieses "ehrgeizige Ziel" erreicht werden, so Hammerschmid. Zuerst gelte es nun, rund 2000 bereits an Pädagogischen Hochschulen (PH) ausgebildete Lehrer, die sich momentan auf den Wartelisten der Landeschulräte befinden, an die Schulen zu holen. Insgesamt befinden sich aktuell rund 4600 ausgebildete Lehrer gewissermaßen in Warteschleife.

Mit teils neuen Ausbildungsmodellen für Quereinsteiger für die Volksschule und die Sekundarstufe "Allgemeinbildung" (5. bis 13. Schulstufe) will die Ministerin jene ansprechen, die "Lust auf den Beruf" haben. Vorrangig ziele man auf Menschen mit Erfahrung in fachlich infrage kommenden Berufsfeldern ab, wie etwa der Kinder- und Jugendarbeit oder Sozialarbeit. Man sei auch auf der Suche nach zweisprachig aufgewachsenen Personen und Menschen mit Erfahrung in "interkulturellen Settings", wie Sektionschefin Angela Weilguny ausführte.

Je nachdem, ob Interessenten bereits ein Bachelor- oder Master- bzw. Diplomstudium absolviert haben, beträgt der Umfang der Ausbildung für die Sekundarstufe entweder 120 oder 60 ECTS-Punkte. In den Klassen stünden die Neo-Lehrer aber bereits recht schnell: Nach einem Grundkurs sollen sie mit erfahrenen Pädagogen zusammenarbeiten. Interessenten für das Bachelorstudium "Lehramt Primarstufe" (Volksschule) in einer berufsbegleitenden Sonderform werden zwischen 60 bis 120 ECTS-Punkte angerechnet. So möchte man insgesamt 1000 neue Lehrer für die Sekundarstufe und 2000 für die Primarstufe gewinnen.

Anders unter die Arme greifen will die Ministerin den rund 500 Schulen, die bei den Bildungsstandards in den Bereichen Deutsch, Mathematik und Englisch unter ihrem eigentlichen Potenzial abschneiden. Die Vorbereitungen für das Programm laufen bereits an den PH. Im Herbst werden Gesprächsrunden in den Landesschulräten in jedem Bundesland folgen und dann werde man zusammen mit den Standorten analysieren, wie es zu dem unterdurchschnittlichen Abschneiden kommt, sagte Sektionschef Kurt Nekula. Die Arbeit an den Verbesserungen erfolge dann in einem mehrjährigen Projekt, das bis 2022 ausgelegt ist.

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at 28. August 2017 - 13:15 Uhr
Weitere Themen

ÖVP und FPÖ einigten sich auf Digitalisierungspaket

WIEN. Die Koalitionsverhandler ÖVP und FPÖ haben sich am Donnerstag auf ein Digitalisierungspaket geeinigt.

Studie: Schlechtes Zeugnis für unser Gesundheitssystem

WIEN. Zu teuer, zu fragmentiert: Vor allem in den aufgeteilten Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern ...

ÖVP: Grünberg kauft von Opel geschenktes Auto

WIEN. Die neue Abgeordnete Kira Grünberg hatte einen Opel Insignia im Wert von 40.000 Euro geschenkt ...

Die SPÖ gönnt Kern eine Gehaltserhöhung

WIEN. Der SPÖ-Parteichef verdient nun genauso viel wie Klubobmann Andreas Schieder, jedoch deutlich ...

Koalition: Chefverhandler sichten erste Ergebnisse

WIEN.Für die Chefverhandler der bevorstehenden schwarz-blauen Koalition beginnt laut ÖVP-Chef Sebastian ...
Meistgelesene Artikel   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!