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Freunds Kandidatur verbessert Chancen der SPÖ bei der EU-Wahl

WIEN/BRÜSSEL. Der Eugen-Freund-Faktor. Meinungsforscher Peter Hajek sagt zu den OÖNachrichten: Mit ihrer neuen Aufstellung können die Sozialdemokraten die FPÖ bei der Europawahl überholen.

Die EU-Wahl hat begonnen

(Symbolbild) Bild:

Eugen Freund, bis Ende des Vorjahres ORF-Moderator, freut sich auf die "große Herausforderung". Er wird bei der Wahl zum Europäischen Parlament Spitzenkandidat der SPÖ.

Parteichef Werner Faymann hatte ihn am 6. Jänner nach dem ORF-Adieu gefragt; nach intensiver Beratung mit seiner Familie (Ehefrau, zwei Kinder) sagte Freund zu.

Der prominente Name auf der SP-Liste verbessert die Chancen der Roten am 25. Mai. Davon ist der Meinungsforscher Peter Hajek überzeugt. Er macht regelmäßig Befragungen zum Thema Europa.

Hajek am Dienstag im Gespräch mit den OÖNachrichten: "Die Ausgangssituation der SPÖ hat sich mit Eugen Freund verbessert. Sie hat jetzt die Chance auf Platz 2."

Vor Freunds Engagement zeigten die Umfragen eine klare Führung der ÖVP (26 % Zuspruch im Dezember), Zweiter war die FPÖ mit 21 %, Dritter die SPÖ mit 20.

Dass die Sozialdemokraten auch die ÖVP bis Mai überholen, glaubt Hajek nicht, "der Abstand in den Umfragen ist zu groß". Beide Regierungsparteien, so die Annahme des Forschers, werden am Wahltag Verluste erleiden.

Besonders die Neos werden der ÖVP, aber auch der SPÖ zusetzen. Hajek: "Das ist ein neuer, klar proeuropäischer Mitbewerber." Wer die Liste der Neos anführt, wird nach komplizierten Vorwahlen erst am 15. Februar feststehen. Hoffnung auf den ersten Platz macht sich die Kärntner Nationalratsabgeordnete Angelika Mlinar.

SP-Kollegen mäßig begeistert

Das Team Stronach tritt wahrscheinlich aus Geldnot nicht an.

Die anderen Parteien haben ihre Entscheidungen getroffen. An der Spitze der VP-Liste steht der erfahrene Europa-Politiker Othmar Karas. Er nennt Freund einen "Neuling ohne Erfahrung" und hofft auf einen fairen Wahlkampf.

Bei der SPÖ müssen sich bisherige EU-Abgeordnete hinter Freund anstellen – was zu Missmut führt. Der SP-Delegationsleiter in Brüssel bzw. Straßburg, der Steirer Jörg Leichtfried, hatte noch kein Gespräch mit dem Neuen. Die SPÖ sei jedenfalls "personell gut besetzt", so der knappe Kommentar.

Bei der FPÖ treten Andreas Mölzer und Harald Vilimsky gemeinsam an. Freund werde der SPÖ "nicht das bringen, was sich manche erhoffen", ist Mölzer sicher.

Ulrike Lunacek, Erste auf der grünen Liste, glaubt nicht an große Folgen des Freund-Einstiegs. Sie werde die Differenzen, etwa in der Umweltpolitik, herausarbeiten.

Einer ist naturgemäß hoch erfreut über Freunds Antreten: sein "Erfinder" Faymann. Freund werde "eine Menge Erfahrung einbringen", strahlt der Kanzler. Am Donnerstag werden die SP-Gremien die Nominierung absegnen.

 



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Artikel Christoph Kotanko 15. Januar 2014 - 00:05 Uhr
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