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Der Goldschatz in der Stiftsgruft von Spital

33 Tonnen Gold der ungarischen Nationalbank lagerten im Frühjahr 1945 in Spital am Pyhrn.

Der Goldschatz in der Stiftsgruft von Spital

Die Spitaler Stiftskirche diente als Milliardenbunker. Bild: OÖN

Rembrandt, Rubens, Raffael, Michelangelo – im Salzbergwerk von Altaussee versteckten die Nazis ab Herbst 1943 Kunst von Weltrang. Rund 7000 Werke, die heute einen Gesamtwert von fünf Milliarden Euro haben, lagerten im Altausseer Salzberg.

Zuletzt war es der Hollywood-Thriller "Monuments Men" mit George Clooney, der die Geschichte vom Nazikunstschatz im Salzberg und dessen in letzter Minute verhinderte Sprengung weltweit bekannt machte.

Viel weniger bekannt ist die Geschichte vom Goldschatz in der Stiftskirche von Spital am Pyhrn. 33 Tonnen Gold waren dort in den letzten Kriegsmonaten versteckt.

Es waren die Goldreserven der ungarischen Nationalbank, die die faschistische Pfeilkreuzler-Regierung aus Angst vor den vorrückenden Russen aus Budapest hatte abtransportieren lassen.

Kostbare Fracht in kalter Nacht

Nach mehreren Zwischenstopps erreichte die kostbare Fracht in der klirrend kalten Nacht des 25. Jänner per Zug Spital. 600 Kisten wurden vom Bahnhof mit Schlitten zur Kirche gebracht und durch das nördliche Gruftfenster in die Krypta hinabgelassen. Das Fenster wurde vermauert, am Grufteingang postierten sich ungarische Wachen.

Die hatten gemeinsam mit führenden Bankbeamten und deren Familien den Goldtross nach Spital begleitet. Rund 700 Ungarn bezogen Quartier in Spital - sie blieben noch Wochen und Jahre über das Kriegsende hinaus, bevor sie großteils nach Übersee weiterzogen. "Die Buben aus Ungarn war mir höchst sympathische Spielgefährten", erinnert sich der aus Spital stammende Soziologe Roland Girtler.

Doch am 17. April 1945 sollte es noch drei Wochen dauern, bis das NS-Regime auch in Oberösterreich Geschichte war. Am 6. Mai erreichten US-Truppen Spital. Sie ließen den Goldschatz am 15. Mai nach Frankfurt/Main bringen. 1946 wurde er den Ungarn zurückgegeben.

Die Milliarden Pengö – Ungarns damalige Währung –, die in Spital lagerten, waren durch die Hyperinflation unterdessen wertlos. Als Ungarn 1946 den Forint einführte, betrug der "Wechselkurs" 400 Quadrilliarden Pengö zu einem Forint.

Ein Milliarden-Lagerfeuer

Die Amerikaner gaben Befehl, die Banknoten zu verbrennen. Im alten Spitaler Schwimmbad loderte daraufhin ein milliardenschweres Lagerfeuer. Späteren Berichten zufolge soll es mehr als zwei Wochen gedauert haben, bis alles Geld zu Asche zerfallen war.

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Artikel Markus Staudinger 17. April 2015 - 00:04 Uhr
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