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Bischöfe mahnen "heiliges Recht auf Asyl" ein

WIEN/LINZ. Bischofskonferenz fordert "europäische Solidarität" in Flüchtlingskrise, Wiener Erzbischof Schönborn kritisiert Grenzschließung.

Österreichs Bischöfe mahnen "heiliges Recht auf Asyl" ein

Schönborn: "Wir werden ein bisschen mehr teilen müssen." Bild: Reuters

Vier Tage beherbergte diese Woche das Bildungshaus der Barmherzigen Schwestern in Linz-Elmberg die höchsten Vertreter der katholischen Kirche in Österreich. Die Ergebnisse der Frühjahrsvollversammlung der Bischofskonferenz präsentierte deren Chef, Kardinal Christoph Schönborn, gestern wieder auf heimatlichem Boden in Wien.

Selten dominierte ein Thema die Bischofstagung derart wie heuer die Flüchtlingskrise. Die von der Bischofskonferenz verfasste Erklärung ist eine eindringliche Mahnung an die Politik: "Das heilige Recht auf Asyl muss überall in der EU durch faire, qualitätsvolle und rasche Verfahren sowie bestmögliche Betreuung der Schutzsuchenden garantiert sein", heißt es. Schönborn kritisierte die aktuelle Politik: "Man kann Griechenland nicht die ganze Last aufbürden", es brauche "europäische Solidarität" für gemeinsame Lösungen.

"Berechtigte Sorgen"

Dass diese nicht einfach zu finden sei, gestand der Kardinal ein: "Auch die Kirche hat kein Rezept", gab er sich angesichts der "Komplexität der Situation" durchaus nachdenklich, er sprach auch von der "berechtigten Sorge der Infiltration mit Dschihadisten". Allerdings müsse "die christliche Nächstenliebe das Maß im Umgang mit Schutzbedürftigen bleiben", und: "Wir werden ein bisschen mehr teilen müssen", Europa könne sich nicht "als Festung einmauern". Österreichs Beitrag und die große Zahl der anerkannten Asylwerber im Land hob Schönborn lobend hervor, nicht ohne den Beitrag der katholischen Kirche zu betonen: So betreue die Caritas "fast jeden zweiten Asylwerber in Österreich", 9000 in Caritas-Quartieren, 32.000 durch mobile Betreuung.

Dennoch sparte der Wiener Erzbischof auch nicht mit Kritik an den jüngsten Entscheidungen der Regierung: Das Schließen der Balkanroute "kann nur eine provisorische Notmaßnahme und keine Dauerlösung sein", sagte Schönborn. Kritik übt die Bischofskonferenz auch an Österreichs Beitrag für Entwicklungshilfe, diese liege wie in vielen anderen Ländern auch "weit unter internationalen Vereinbarungen".

Neue Aufgaben für Bischöfe

Bei ihrer Vollversammlung haben die Bischöfe auch ihre Aufgaben neu verteilt: Schönborn hat etwa den Bereich "Bildung und Schule" an den Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl abgegeben. Der neue Linzer Bischof Manfred Scheuer ist für die Ökumene zuständig.

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Artikel Jasmin Bürger 12. März 2016 - 00:04 Uhr
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