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Armin Wolf: "Sapperlot, das ging daneben"

Nach Reinhold Mitterlehners Rücktritt hat ORF-Moderator Armin Wolf nun ausführlich zu dem Totengräber-Sujet Stellung genommen.

Armin Wolfs Anmoderation war mitunter ausschlaggebend für Mitterlehners Entscheidung. Bild: ORF

Den letzten "Mosaikstein" für seinen Rücktritt habe zuletzt der ORF mit der Anmoderation über den VP-Konflikt am Vorabend in der ZiB2 geliefert, so Mitterlehner in seinem Pressestatement am Mittwoch. "Django, die Totengräber warten schon", flimmerte am Dienstagabend bei der ZiB2 über hunderttausende Fernsehbildschirme. "Reinhold Mitterlehner hat sich ja durchaus gerne als Django inszenieren lassen. Aber dieser Tage erinnerte man sich von den vielen Django-Filmen noch am ehesten an diesen", sagte Armin Wolf dazu. 

Das Bild von "Django", auf den bei offenem Sarg bereits die Totengräber warten, sei völlig überzogen und schlicht "fehl am Platz" gewesen, kritisierte Mitterlehner. Was folgte, waren hunderte wütende Postings auf Armin Wolfs Facebook-Seite, Anrufe beim Kundenservice des ORF und zig Beschwerde-E-Mails. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Reinhold Mitterlehner vor wenigen Monaten seine Tochter verloren hatte - die 38-Jährige starb im November des Vorjahres an Krebs - sei das Sujet des Totengräbers geschmacklos, kritisierten viele. 

Um diese Moderation geht es: 

In der Redaktionssitzung sei dieser Schicksalsschlag gar nicht zur Debatte gestanden, so Wolf in einem ausführlichen Facebook-Beitrag am Samstagabend. Man habe schlicht und einfach nicht daran gedacht: "Es ist doch völlig selbstverständlich, dass wir die Idee sofort wieder vergessen hätten, hätte jemand an diesen tragischen Todesfall gedacht".  

"Völlig falsch eingeschätzt"

Die "Totengräber" hätten sich nicht auf Reinhold Mitterlehner selbst bezogen, sondern auf seine "Parteifreunde", die seit Wochen ihren eigenen Obmann auf offener Bühne demontierten. "Es sollte eine Metapher sein, angelehnt an die 'Django'- Inszenierung, die Mitterlehner und sein Team sehr offensiv betrieben haben. Aber sapperlot, ist das daneben gegangen", muss sich Wolf eingestehen. "Am Dienstag habe ich ganz offensichtlich ein Bild, das als ironische Metapher auf einen politischen Vorgang gedacht war, völlig falsch eingeschätzt", heißt es außerdem.  

Erst einmal in seinen 15 Jahren als Moderator hätte es dermaßen viele negative Reaktionen auf eine Sendung gegeben, nämlich bei einer Sondersendung am Todestag von Jörg Haider wegen eines Interviews mit Stefan Petzner. 

Das ganze Facebook-Statement können Sie hier nachlesen: 

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Artikel nachrichten.at 14. Mai 2017 - 08:57 Uhr
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