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2400 Euro Anfangsgehalt für alle Lehrer

WIEN. Einen Abend und eine Nacht lang nahmen sich die Vertreter der Lehrergewerkschaft Zeit, um das von der Regierung vorgelegte Paket für ein neues, einheitliches Dienstrecht zu sichten.

Neues Lehrer-Dienstrecht: Ruf nach Urlaubskürzung

Bild: Weihbold

Freitagvormittag trafen sich die Spitzen der Gewerkschaft dann zu einer ersten Bewertung des weiterhin unter Verschluss gehaltenen 26-seitigen Papiers – das für Junglehrer eine längere Anwesenheit an den Schulen, aber auch höhere Einstiegsgehälter vorsieht.

Mehrere Modellrechnungen hat die Regierung vorgelegt. Die favorisierte Variante sieht, wie die OÖNachrichten aus zuverlässigen Quellen erfuhren, künftig für alle neu einsteigenden Lehrer ein Anfangsgehalt von 2400 Euro brutto im Monat vor. Je nach Fach und Funktion sind Zulagen vorgesehen. Für Pflichtschullehrer würde das gegenüber dem jetzigen Gehaltsschema eine Steigerung um 20 Prozent bedeuten. Das Einstiegsgehalt an höheren Schulen würde dagegen nur um zehn Prozent steigen (Details siehe Grafik).

Gleichzeitig soll dort die Unterrichtszeit deutlicher erhöht werden als an Pflichtschulen: Zwischen drei und fünf Stunden mehr pro Woche sollen Lehrer künftig in der Klasse sein. Der Trick der Regierung: Das bisher nur an Pflichtschulen geltende Jahresarbeitszeitmodell (im Schnitt 1840 Stunden) wird auf alle Schultypen ausgeweitet, die Gesamtarbeitszeit bleibt gleich, es steigt entweder die Unterrichtsverpflichtung oder es werden einfach neue Aufgaben an der Schule definiert.

Das Urteil der Lehrergewerkschaft fällt nach der internen Nachbesprechung nicht besonders positiv aus: „Das ist zu wenig“, so der Chef der Berufsschullehrer-Gewerkschaft, Albert Arzt, knapp. „Das ist nicht das, was wir erwartet haben, wichtige Punkte werden gar nicht angesprochen. Da wird die Bildungsministerin (Claudia Schmied, SP, Anm.) noch ordentlich nachlegen müssen“, sagt auch der Chef der ARGE Lehrer und Vorsitzender der Pflichtschullehrergewerkschaft, Paul Kimberger, im OÖNachrichten-Gespräch.

Bestätigen will er die Details des Regierungskonzepts nicht, wohl aber zählt er auf, welche vier Bereiche aus Sicht der Lehrervertretung „komplett fehlen“: So sei von der angekündigten Unterstützung auf administrativer Ebene und durch Sozialarbeiter und Schulpsychologen „kein Wort zu finden“. Nicht berücksichtigt sei im Entwurf auch die geplante Ausbildung aller Lehrer auf Master-Niveau. Zudem fehle ein neues Aufgabenprofil: „Es geht nicht nur um Geld und Arbeitszeit. Die Rolle des Lehrers ist der zentrale Punkt, was gehört zu seinen Aufgaben und was nicht.“ Aus Sicht der Lehrervertreter sind die Kernaufgaben „Wissensvermittlung und Erziehung“, das müsse im neuen Dienstrecht klar geregelt sein.

Ein neuer Verhandlungstermin ist vorerst nicht fixiert.

 

Unterrichtszeit

22 Stunden pro Woche umfasst derzeit eine volle Lehrverpflichtung für Volksschullehrer. Hauptschullehrer müssen in der Regel 21 Stunden unterrichten. Lehrer an Höheren Schulen haben 20 Stunden Lehrverpflichtung, je nach Fach sind hier aber auch 19 bis 21 Stunden möglich. 2 - 3Stunden mehr Lehrverpflichtung schlägt die Regierung für Volks- und Hauptschullehrer vor, an höheren Schulen ist ein Plus von bis zu fünf Wochenstunden geplant.

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Artikel Jasmin Bürger 05. Mai 2012 - 00:04 Uhr
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