Bundespräsidentenwahl

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FPÖ-Wahlfeier

Norbert Hofer wurde von seinen Parteikollegen gefeiert. Bild: APA

Wahl-Analyse: Hofer hat in allen Bevölkerungsgruppen die Nase vorne

WIEN. Wahlsieger Norbert Hofer hatte in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in fast allen Bevölkerungsgruppen die Nase vorne. Besonders viel Zustimmung hat er von jenen Menschen bekommen, die mit der Entwicklung Österreichers unzufrieden und von der Politik enttäuscht bzw. verärgert sind.

Von nachrichten.at (tn), 25. April 2016 - 09:45 Uhr
  • Wahltagsbefragung von SORA und vom Institut für Strategieanalysen 
  • 60 Prozent der über die Politik Verärgerten stimmten für FPÖ-Kandidaten
  • Große Zustimmung unter den männlichen Wählern

Die Entwicklung Österreichs in den vergangenen Jahren wird von einer Mehrheit von 52 Prozent negativ beurteilt. Zusätzlich sind 40 Prozent über die Politik in Österreich enttäuscht und 36 Prozent verärgert. Von den Verärgerten haben 60 Prozent Hofer gewählt, von den mit der Entwicklung des Landes Unzufriedenen 55 Prozent. Umgekehrt wählten 31 Prozent der mit der Entwicklung des Landes Zufriedenen Alexander Van der Bellen und 28 Prozent der mit der Politik Zufriedenen Rudolf Hundstorfer.

Männer wählten Hofer

Besonders große Zustimmung hat Hofer unter den männlichen Wählern. 45 Prozent von ihnen stimmten für den FPÖ-Kandidaten, hingegen nur 27 Prozent der Frauen. Unter den weiblichen Wählern landete Irmgard Griss mit 26 Prozent nur knapp dahinter. Auch in allen Alterskategorien hatte Hofer die Nase vorne.

FPÖ als neue Arbeiterpartei

Eine überwältigende Mehrheit mit 72 Prozent erzielte der FPÖ-Kandidat auch unter den Arbeitern. Der SPÖ-Kandidat Hundstorfer kam hier nur auf zehn Prozent. Auch unter den Angestellten (mit 37 Prozent) und den Pensionisten (mit 34 Prozent) lag der FPÖ-Kandidat voran. Nur unter den Öffentlich Bediensteten und den Selbstständigen landete Van der Bellen mit je 30 Prozent auf Platz eins. Selbst unter den Gewerkschaftsmitgliedern hängte Hofer den SPÖ-Kandidaten Hundstorfer mit 32 zu 26 Prozent ab.

Je höher die Bildung, desto weniger Hofer-Wähler

Mit zunehmender Bildung schwindet die Zustimmung zu Hofer. Bei Personen mit Pflichtschul- bzw. Lehrabschluss liegt Hofer mit 43 bzw. 51 klar voran. Unter den Maturanten und Uni-Absolventen stimmten hingegen nur 13 bzw. 15 Prozent für den FPÖ-Kandidaten. In diesen Gruppen ist Van der Bellen der Stärkste mit 39 bzw. 35 Prozent vor Griss mit 25 bzw. 33 Prozent.

Wahlmotive

Sehr wichtige Wahlmotive für die Hofer-Wähler waren sein Verständnis für die Sorgen der Menschen (67 Prozent "trifft sehr zu"). Dahinter folgen die Motive persönliche Kompetenz (62), Sympathie und das Vertreten der "richtigen Werte" (je 61 Prozent). Van der Bellen-Wähler stimmten für ihn vor allem aufgrund seiner Kompetenz (77 Prozent), seiner Erfahrung (73) und der Einschätzung, er vertrete die richtigen Werte (65 Prozent). Griss-Wähler überzeugte in erster Linie ihre Parteiunabhängigkeit (84) und ihre Kompetenz (74 Prozent). Hundstorfer wurde aufgrund seiner Kompetenz (78), seiner Erfahrung (75) und der von ihm vertretenen Werte (73 Prozent) gewählt. Andreas Khol wurde ebenfalls wegen seiner Erfahrung (90) und Kompetenz (80 Prozent) gewählt.

Beteiligung hat sich erholt

Die Wahlbeteiligung bei der Bundespräsidentenwahl hat sich, wie erwartet, deutlich erholt. Nach dem absoluten Tiefstand 2010 von nur 53,57 Prozent kletterte sie am Sonntag zunächst auf noch knapp unter 60 Prozent. Mit der Briefwahlauszählung dürften aber rund 68 Prozent erreicht werden, schätzt SORA.

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