Die Leichenhalle im El-Tshifa-Krankenhaus in Gaza ist überfüllt, aber Helfer tragen immer neue leblose Körper in das Gebäude, manchmal gleich mehrere auf einer Bahre. Von den Minaretten draußen schallen Trauergebete, die sich in den Fluren des Krankenhauses mit den Schreien der Verletzten mischen. Blutüberströmte Männer rufen nach einem Arzt oder einer Krankenschwester, doch die Mediziner wissen kaum, bei welchem zerfetzten Körper sie anfangen sollen. Mindestens 300 Palästinenser sind bei den israelischen Luftangriffen am Wochenende im Gaza-Streifen ums Leben gekommen, fast 900 Menschen wurden verletzt.
Ein Ende der verheerendsten Luftangriffe auf den Gaza-Streifen seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967 ist nicht in Sicht: Israels Regierungschef Ehud Olmert kündigte eine Ausweitung der Angriffe an. Der Bevölkerung müsse klar sein, dass der Einsatz weder kurz noch leicht sein werde. Auch eine Invasion von Bodentruppen in den Gaza-Streifen schloss er nicht aus: Erste Panzer wurden bereits an der Grenze in Stellung gebracht. 6700 Reservisten der israelischen Armee wurden mobilisiert. Die israelische Luftwaffe nahm vor allem das Tunnelsystem im Gaza-Streifen ins Visier.
„Zeit für eine dritte Intifada“Die radikal-islamische Hamas hat unterdessen Israel sowie den „Verrätern in Ramallah“ um Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas mit blutiger Rache gedroht. Hamas-Führer Khaled Meshaal rief zum Widerstand gegen Israel auf und sagte in Anspielung an die bisher zwei Aufstandsbewegungen der Intifada ab 1987 und ab September 2000: „Dies ist die Zeit für einen dritten Aufstand.“
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