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Marcel Reich-Ranickis Augenzeugenbericht

BERLIN. Eindrucksvoller Auftrag des legendären deutschen Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki am gestrigen internationalen Holocaust-Gedenktag im deutschen Bundestag. Der 91-jährige gebürtige Pole, Überlebender des Warschauer Ghettos, schilderte bei der Gedenkfeier zum 67. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz den selbst erlebten Beginn der Deportation der Juden aus Warschau.

„Die so genannte Umsiedlung nach Treblinka war bloß eine Aussiedlung aus Warschau: „Sie hatte nur ein Ziel, nur einen Zweck – den Tod.“ Reich-Ranicki war im Juli 1942 Übersetzer im Judenrat und hatte die Aktion zu protokollieren. Er selbst überlebte in einem Versteck und übersiedelte Ende der 50er Jahren nach Deutschland, wo der brillante Intellektuelle schnell Karriere als Journalist machte.

Weltweit wurde am Freitag der systematischen Ermordung von sechs Millionen Juden durch das NS-Regime gedacht. In Auschwitz-Birkenau in Polen fand die zentrale Veranstaltung statt. Polens Präsident Bronislaw Komorowski sagte in einer Botschaft, sein Land stelle sich allen Versuchen, die historischen Fakten zu relativieren, entgegen.

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Artikel 28. Januar 2012 - 00:04 Uhr
OÖN
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Überlebender des Warschauer Ghettos  Bild: epa

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