Mit dem Bau der dritten Anlage soll bis März kommenden Jahres begonnen werden, sagte der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, am Montag im iranischen Staatsfernsehen. Demnach plant Teheran insgesamt zehn neue Atomanlagen.
Bisher hat der Iran eine Anreicherungsanlage in Natanz in Betrieb. Eine zweite Anlage wird derzeit in Fordo nahe der heiligen Stadt Ghom gebaut. Der Iran benötigt nach eigenen Angaben insgesamt 20 Anlagen zur Uran-Anreicherung, um die Stromversorgung für 15 Jahre zu sichern.
Internationale Behörden verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist dies zurück. In dem seit Jahren schwelenden Streit hatte der UN-Sicherheitsrat am 9. Juni die bestehenden Sanktionen gegen Teheran verschärft. Die USA und die EU beschlossen zusätzliche Sanktionen.
Doch der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad geht noch weiter: Am Montag unterzeichnete er ein Gesetz, das es der Regierung verbietet, mit der Internationalen AtomEnergiebehörde in Bereichen zusammenzuarbeiten, die über den Atomsperrvertrag (NPT) hinausgehen.
Das Gesetz zur „Absicherung der friedlichen nuklearen Errungenschaften der Islamischen Republik“ ist bereits vom Parlament und vom Wächterrat gebilligt worden. Es verpflichtet die Regierung außerdem, in einem Maße in die Atomtechnologie zu investieren, das „volle nukleare Unabhängigkeit“ garantiere.
Laut dem Gesetz soll auch die vom Westen als Vorbereitung auf Nuklearwaffen-Produktion kritisierte Uran-Anreicherung auf 20 Prozent fortgesetzt und der medizinische Forschungsreaktor mit Brennstoff beliefert werden. Darüber hinaus soll die Regierung mit Gegenmaßnahmen auf sanktionsbedingte Inspektionen iranischer Schiffe reagieren.
Ungeachtet des Atomstreits will Russland demnächst das erste iranische Atomkraftwerk in Bushehr mit Kernbrennstoff bestücken. Russland hat sich den UNO-Sanktionen angeschlossen, will dem Iran aber friedliche Nutzung der Kernenergie schon jetzt erlauben.
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