ePaper  | iPad | 
Anmelden
 |  A A A

 
Donnerstag, 9. Februar 2012, 20:25 Uhr Linz  -7°C ·  Reichenau/Mühlkreis  -11°C ·  mehr Wetter »
Startseite  > Politik  > Außenpolitik

Iran setzt wieder auf Konfrontation: Neue Uran-Anlagen, kaum Kontrolle

TEHERAN. Die iranische Regierung geht wieder einmal auf Konfrontation zur internationalen Gemeinschaft. Insgesamt zehn Anlagen zur Uran-Anreicherung sollen gebaut und so die Zusammenarbeit mit der Atom-Energiebehörde (IAEA) eingeschränkt werden.

Mit dem Bau der dritten Anlage soll bis März kommenden Jahres begonnen werden, sagte der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, am Montag im iranischen Staatsfernsehen. Demnach plant Teheran insgesamt zehn neue Atomanlagen.

Bisher hat der Iran eine Anreicherungsanlage in Natanz in Betrieb. Eine zweite Anlage wird derzeit in Fordo nahe der heiligen Stadt Ghom gebaut. Der Iran benötigt nach eigenen Angaben insgesamt 20 Anlagen zur Uran-Anreicherung, um die Stromversorgung für 15 Jahre zu sichern.

Internationale Behörden verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran weist dies zurück. In dem seit Jahren schwelenden Streit hatte der UN-Sicherheitsrat am 9. Juni die bestehenden Sanktionen gegen Teheran verschärft. Die USA und die EU beschlossen zusätzliche Sanktionen.

Doch der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad geht noch weiter: Am Montag unterzeichnete er ein Gesetz, das es der Regierung verbietet, mit der Internationalen AtomEnergiebehörde in Bereichen zusammenzuarbeiten, die über den Atomsperrvertrag (NPT) hinausgehen.

Das Gesetz zur „Absicherung der friedlichen nuklearen Errungenschaften der Islamischen Republik“ ist bereits vom Parlament und vom Wächterrat gebilligt worden. Es verpflichtet die Regierung außerdem, in einem Maße in die Atomtechnologie zu investieren, das „volle nukleare Unabhängigkeit“ garantiere.

Laut dem Gesetz soll auch die vom Westen als Vorbereitung auf Nuklearwaffen-Produktion kritisierte Uran-Anreicherung auf 20 Prozent fortgesetzt und der medizinische Forschungsreaktor mit Brennstoff beliefert werden. Darüber hinaus soll die Regierung mit Gegenmaßnahmen auf sanktionsbedingte Inspektionen iranischer Schiffe reagieren.

Ungeachtet des Atomstreits will Russland demnächst das erste iranische Atomkraftwerk in Bushehr mit Kernbrennstoff bestücken. Russland hat sich den UNO-Sanktionen angeschlossen, will dem Iran aber friedliche Nutzung der Kernenergie schon jetzt erlauben.

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Artikel 17. August 2010 - 00:04 Uhr
Bild vergrößern Iran setzt wieder auf Konfrontation: Neue Uran-Anlagen, kaum Kontrolle

Der Iran soll genug angereichertes Uran für zwei Atombomben haben  Bild: reuters

Neuen Kommentar schreiben

Betreff / Kommentartitel
Kommentartext:

Sie dürfen noch Zeichen als Text schreiben

Bitte beachten Sie die Forumsregeln


  Für nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Um sich registrieren zu können müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.
Gewünschter Benutzername

Gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

OÖNcard


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 2 + 2? : 


Meistgelesene Artikel   mehr »