ePaper  | iPad | 
Anmelden
 |  A A A

 
Donnerstag, 9. Februar 2012, 21:14 Uhr Linz  -7°C ·  Enns  -7°C ·  mehr Wetter »
Startseite  > Politik  > Außenpolitik

Berlusconis Macht gerät nach dem Bruch mit Vize Fini ins Wanken

ROM. Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist nach dessen kritischen Äußerungen zu Korruptionsfällen fest zum Bruch mit seinem langjährigen Vertrauten Gianfranco Fini entschlossen. Doch Finis Anhänger könnten Berlusconis Mehrheit gefährden.

Der seit Monaten schwelende Konflikt zwischen Premier Berlusconi und dem Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Gianfranco Fini, ist in einen offenen Krieg ausgeartet. Fini hatte eine Moralisierungskampagne in der gemeinsamen Mitte-rechts-Partei Popolo della Liberta (PdL – Volk der Freiheit) gefordert und Berlusconis autoritären Führungsstil immer wieder kritisiert. Den Ausschlag zum Bruch dürfte Finis Rücktrittsforderung an Parteikoordinator Dennis Verdini gegeben haben. Gegen Verdini ermittelt die Justiz wegen Bestechlichkeit und des Verdachts der Beteiligung am Aufbau einer Geheimorganisation, die die Strukturen der italienischen Demokratie unterminieren sollte.

Fini versuchte zwar noch einen Rückzieher und bot Versöhnung an. Doch Berlusconi hat in einer Sitzung mit der restlichen Parteispitze beschlossen, ein Ausschlussverfahren anzustrengen. Die PdL wurde von beiden vor eineinhalb Jahren durch eine Fusion ihrer Parteien Forza Italia und Alleanza Nazionale gegründet.

Neben Fini sollen auch dessen Vertrauensleute aus den Schlüsselpositionen der Regierung entfernt werden, hieß es in Rom. Mit diesem Streit geht die 16-jährige Allianz zwischen Berlusconi und Fini zu Ende, die Italiens politischen Kurs seit den 90er Jahren bestimmt hat.

Einer der Gründe für den Streit war auch der nach Wahlerfolgen zunehmende Einfluss der populistischen Lega Nord in der Regierung. Während Beobachter und die Opposition die Mehrheit der PdL nach dem Abgang des Fini-Flügels gefährdet sehen, bietet sich die Lega als Garant für die Stabilität der Regierung an. „Sollten Fini und seine Anhänger aus der Partei austreten, hätten wir im Parlament trotzdem genügend Stimmen, um weiterzuarbeiten und Reformen wie die Einführung des Föderalismus durchzusetzen“, meinte Lega-Chef Umberto Bossi.

Die Justiz geht indes weiterhin gegen Berlusconi-Vertraute vor. Zwei Minister sind wegen Korruption schon verurteilt.

Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Artikel 30. Juli 2010 - 00:04 Uhr
Bild vergrößern Berlusconis Macht gerät nach dem Bruch mit Vize Fini ins Wanken

Ende einer langjährigen politischen Partnerschaft: Berlusconi und Fini können nicht mehr miteinander.  Bild: epa

Neuen Kommentar schreiben

Betreff / Kommentartitel
Kommentartext:

Sie dürfen noch Zeichen als Text schreiben

Bitte beachten Sie die Forumsregeln


  Für nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Um sich registrieren zu können müssen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.
Gewünschter Benutzername

Gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

OÖNcard


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 - 2? : 


Meistgelesene Artikel   mehr »