„Es sind immer noch zu viele Fälle, man muss aber einsehen, dass das Problem nicht so verbreitet ist, wie man zu verstehen geben will. Man muss bedenken, dass es weltweit 400.000 Priester gibt. Die statistische Zahl entspricht nicht der Wahrnehmung, die entsteht, wenn sich die Zeitungen aller Welt mit derart traurigen Fällen beschäftigen“, erklärte der Bischof.
Seitdem Johannes Paul II. im Jahr 2001 der Glaubenskongregation die Zuständigkeit für Kindesmissbrauchsfälle in der Kirche anvertraut habe, seien 3.000 Situationen überprüft worden, die sich auf die letzten 50 Jahre beziehen. „In 60 Prozent dieser Fälle handelt es sich um Ephebophilie, um Neigung zu pubertierenden Buben. In zehn Prozent der Fälle geht es um wahre Pädophilie. In den Jahren 2003 und 2004 haben wir uns mit vielen Fällen aus den USA beschäftigt, die die Vergangenheit betrafen. In den letzten Jahren ist das Phänomen stark zurückgegangen. Jetzt beschäftigen wir uns mit aktuellen Fällen“, erklärte Scicluna.
„In zehn Prozent der Fälle, bei denen es unbestreitbare Beweise gab, hat der Heilige Vater die schmerzhafte Verantwortung übernommen, ein Dekret zur Laisierung der verantwortlichen Priester zu verabschieden. Es handelt sich um eine schwerwiegende Maßnahme, die auf administrativem Weg ergriffen wurde, die jedoch notwendig war. In weiteren zehn Prozent der Fälle haben die beschuldigten Geistlichen die Amtsenthebung gefordert. Der Antrag ist angenommen worden. In diese letzten Fällen waren Priester verwickelt, die pädophile Fotos besaßen und deswegen von der zivilen Justiz bestraft wurden“, so Scicluna.
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