Angesichts der sich häufenden Meldungen über Kindesmissbrauch in der deutschen katholischen Kirche plädiert ZdK-Präsident Alois Glück für eine Aufhebung des Zölibats für Priester. Die Kirche müsse Konsequenzen struktureller Art ziehen und dabei auch überlegen, ob es kirchenspezifische Bedingungen für den Missbrauch gebe, sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagausgabe). „Dazu gehört zweifellos eine Auseinandersetzung mit dem ganzen Thema Sexualität, angefangen vom Umgang damit bis hin zur Auswahl des kirchlichen Personals.“ Die Lockerung des Pflichtzölibats sei ein Weg, sagte der CSU-Politiker. Allerdings sei das Problem damit allein nicht gelöst.
Papst Benedikt XVI., der sich am Freitag vom Vorsitzenden der Bischofskonferenz Robert Zollitsch über das Ausmaß der Affäre unterrichten ließ, hält dagegen am Zölibat fest. Die Ehelosigkeit der Priester sei ein Geschenk Gottes, das nicht dem Zeitgeist geopfert werden solle, sagte der Papst auf einer Konferenz zum Priesteramt im Vatikan. Für katholische Geistliche gilt der Zölibat seit dem zwölften Jahrhundert. Der Zölibat wird in der Debatte über dem Missbrauch als eine der Ursachen genannt.
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