Um 18.10 Uhr war es so weit: Der damalige Parlamentspräsident Vytautas Landsbergis verkündete das Ergebnis der Abstimmung über „die Wiederherstellung der Unabhängigkeit Litauens“. Mit 124 zu sechs Gegenstimmen stimmte das Parlament in Vilnius für die Loslösung von der Sowjetunion und für die Wiedererrichtung der Republik Litauen der Zwischenkriegszeit.
Von dieser einseitigen Erklärung bis zur internationalen Anerkennung Litauens mussten allerdings noch rund eineinhalb dramatische Jahre vergehen. Ein Erdöl- und Erdgas-Lieferembargo Moskaus, halb entschlossen agierende andere Sowjetrepubliken und kaum internationale Unterstützung bis zum blutigen Umsturzversuch in Vilnius im Jänner 1991 sowie der gescheiterte Putsch vom darauffolgenden Sommer in Russland waren noch zu überstehen.
Schließlich ging der Traum der Litauer doch in Erfüllung und nach weiteren turbulenten zwölf Jahren trat Litauen 2004 NATO und EU bei. Heute ist von traumhaften Zuständen in Litauen allerdings kaum mehr die Rede. Zu groß sind die aktuellen Probleme in Litauen: Wirtschaftskrise, Abwanderung, ein desolates Gesundheitssystem, Spannungen mit der polnischen Minderheit, Korruption und organisierte Kriminalität.
Auch das Verhältnis mit Russland ist nach wie vor gestört: Litauen, das von der EU zur Stilllegung seines Atomkraftwerks Ignalina gezwungen wurde, ist energiepolitisch wieder voll abhängig von Moskau.
ist zwar blöd, aber dass das Atomkraftwerk stillgelegt wurde ist sicher gut. Hier müßte die EU ansetzen und Hilfestellung in der Entwicklung erneuerbarer Energien leisten.
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