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Obama empfängt den Dalai Lama und setzt auf Härte gegen China

WASHINGTON. US-Präsident Barack Obama lässt sich mit dem Empfang des Dalai Lama am Donnerstag auf einen kalkulierten Konflikt mit China ein. Er nimmt dabei eine Verschlechterung der Beziehungen in Kauf.

Manchmal muss man Rückgrat beweisen. Für Obama ist dieser Moment im Verhältnis zu China gekommen. Ein Jahr lang hatte er Peking diplomatisch umschmeichelt. Sogar ein Treffen mit dem Dalai Lama hatte er im Vorfeld seiner ersten China-Visite im November verschoben. Viel Ärger nahm er dafür daheim in Kauf. Der Kuschelkurs mit den Chinesen hat ihm im Gegenzug wenig eingebracht. Von seiner Peking-Visite kam Obama mit leeren Händen zurück. Und auf der Kopenhagener Klimakonferenz im Dezember musste er sich von den chinesischen Unterhändlern wie ein Schulbub abkanzeln lassen.

Mit gezielten Nadelstichen provoziert Obama nun seinerseits den Rivalen. Vorbei scheint die Vorhersage, dass die Allianz der beiden mächtigsten Staaten des Planeten als „G2“ das Weltgeschehen künftig einvernehmlich dominieren würden. Die Liste der Konflikte wird stattdessen fast täglich länger, der Ton schärfer.

All dies soll Chinas Führung, aber nicht zuletzt auch dem heimischen Publikum zeigen, dass Obama sich nicht alles bieten lässt. Innenpolitisch sammelt der angeschlagene Präsident damit Punkte. In der US-Öffentlichkeit wächst das Unbehagen über den rasanten Aufstieg Chinas. Zehn Prozent Arbeitslosigkeit in den USA, fast zehn Prozent Wachstum in China – das sind Zahlen, die in den USA Ängste schüren, abgehängt zu werden.

Obama trägt dieser Stimmung Rechnung. Dabei ist auch der US-Präsident bemüht, den Konflikt nicht eskalieren zu lassen. „Ein Entscheidungskampf schadet beiden Seiten“, warnte die „Washington Post“. Überrascht dürfte Peking ohnehin nicht sein, dass Obama den Dalai Lama empfängt. Bislang hat noch jeder US-Präsident in der jüngeren Geschichte das Oberhaupt der Tibeter in den USA persönlich begrüßt.

Dass Peking dies dennoch übel nimmt, sieht Washington gelassen. Obamas Regierung spricht von einer „reifen Beziehung zu China, in der man nicht immer einer Meinung sein muss“. Dass Peking ungeachtet der heftigen Kritik an dem Waffenpaket für Taiwan grünes Licht für den Besuch des US-Flugzeugträgers „Nimitz“ in Hongkong gab, sieht Washington als Zeichen, dass auch Peking kein Interesse hat, dass sich der Streit irreparabel hochschaukelt. (rogge)

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Artikel 16. Februar 2010 - 00:04 Uhr
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