Internationale und afghanische Truppen haben die bisher größte Offensive gegen die radikal-islamischen Taliban im Süden Afghanistans begonnen. Im Einsatz in der Provinz Helmand seien 15.000 Soldaten unter US-Kommando.
Bodentruppen wurden dabei von Kampfhubschraubern unterstützt. Zudem seien Einheiten aus Kanada und Großbritannien dabei. Es ist nach den Angaben die umfangreichste alliierte Operation seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes Ende 2001.
Die seit langem erwartete Operation „Mushtarak“ („Gemeinsam“) ziele gegen den Bezirk Marja, einer Taliban-Hochburg. In der Stadt mit rund 80.000 Einwohnern hätten sich gut 1000 Kämpfer verschanzt, hieß es unter Berufung auf US-Militärs. Die Zivilbevölkerung sei mit Flugblättern vor dem Angriff gewarnt worden, berichtete CNN.
Der Sender zeigte Bilder, wie US-Truppen unter der Führung von Marineinfanteristen mit schwerem Gerät vorgehen. Angesichts der seit längerem erwarteten Offensive waren bereits in den vergangenen Tagen viele Zivilisten aus der Kampfregion geflohen. Tausende Menschen haben größtenteils in der Provinzhauptstadt Lashkar Gah eine Notunterkunft gefunden.
Bereits am Dienstag hatte es erste Angriffe gegen Marja gegeben. Rund 400 US-Soldaten und 250 Afghanen sowie 30 Kanadier bezogen Stellung im Nordosten der Stadt. Es handelt sich um die erste Großoffensive von NATO-Truppen, seit US-Präsident Barack Obama im vergangenen Dezember die Entsendung von 30.000 weiteren Soldaten nach Afghanistan bekanntgegeben hat. Damit soll die Macht der Taliban im Süden des Landes gebrochen werden.
Der Bezirk Marja ist vollständig in der Gewalt der radikal-islamischen Taliban. In dem Gebiet leben mehr als 120.000 Menschen. Der Landstreifen südwestlich der Provinzhauptstadt Lashkar Gah gehört dank zahlreicher Bewässerungskanäle im Tal des Flusses Helmand zu den fruchtbaren Teilen der Provinz.
In den vergangenen Jahren wurden andere Feldfrüchte weitgehend durch den Anbau von Rohopium verdrängt, dem Rohstoff von Heroin. Die Anbaufläche wurde 2009 auf etwa 70©000 Hektar geschätzt.
Marja ist Afghanistans wichtigstes Zentrum für den Handel mit Rohopium. Viele Bewohner der Bezirkshauptstadt finden ihre einzige Verdienstmöglichkeit in einer von mehreren hundert Heroin-Küchen, in denen das Rauschgift weiterverarbeitet wird. Der Drogenhandel gilt als wichtige Finanzierungsquelle der Taliban.
Polizei befürchtet Ausschreitungen rund um Linzer Burschenbundball
Grasser-Freund Muhr will Dachstein-Quelle vermarkten
Rieds größter Vorteil: „Heuer ist die Angst vor dem Titel weg“
Regierung packt im Endspurt noch Überraschungen ins Sparpaket