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Antideutsche Welle schwappt über

ZÜRICH. „Deutsche!“ steht in bedrohlich schwarzen Lettern auf einem Plakat der rechtskonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP), das Anfang des Jahres in Zürich veröffentlicht wurde.

Mit einem dicken nach oben zeigenden Balken, der die angeblich steigende Zahl der Berufungen deutscher Wissenschafter an der Uni Zürich symbolisieren soll, wollte die Partei auf einen „deutschen Filz“ an den Zürcher Hochschulen aufmerksam machen. Erst kurz zuvor hatte die SVP weltweit mit ihrer erfolgreichen Anti-Minarett-Kampagne für negatives Aufsehen gesorgt.

„Kaum haben wir die Minarett-Initiative hinter uns, kehrt die Schweiz zu ihrem eigentlichen Lieblingsthema zurück: den Deutschen“, schrieb der liberale Zürcher „Tagesanzeiger“ in seiner Internet-Ausgabe (Mittwoch). Gemeint ist damit nicht allein die SVP-Filz-Kampagne, die übrigens verschweigt, dass 2009 mehr Schweizer als Deutsche in Zürich berufen wurden und der sich 200 Zürcher Professoren in einer Anzeige massiv widersetzten. Nein, die Hemmschwelle, seinen Unmut über die Deutschen laut zu äußern, ist gesunken, konstatiert die Zeitung.

Die Deutschen in der Schweiz

Anlass ist eine Sendung des „Clubs“ im Schweizer Fernsehen am Dienstagabend. Thema: Die Deutschen in der Schweiz. In der Talkshow meint selbst der als liberal geltende Medien-Unternehmer und frühere Sat1-Chef Roger Schawinski, man solle mit den Deutschen in der Schweiz nicht hochdeutsch sprechen.

Rund 250.000 Deutsche leben in der Schweiz (Einwohnerzahl 7,45 Millionen), davon allein 28.000 in Zürich. Seit dem Freizügigkeitsabkommen mit der EU 2002 ist das eine glatte Verdoppelung. Vor allem Hochschulen und Krankenhäuser in der deutschsprachigen Schweiz könnten ihren Betrieb einstellen ohne die deutschen Mitarbeiter. In grenznahen Regionen wie im Thurgau oder St. Gallen kommen bis zu ein Drittel der Ärzte und Pflegekräfte an Spitälern aus Deutschland.

Deutscher statt Schweizer

An der Universität Zürich und der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) ist der Vorstoß der SVP als diskriminierend und fremdenfeindlich zurückgewiesen worden. Pikant ist, dass einer der bekanntesten Deutschen-Kritiker, der SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli, sich in Zürich um eine Professur beworben hatte, aber einem Deutschen unterlag.

„Es geht nicht um mich, aber wenn man hier immer Steuern bezahlt und Militärdienst geleistet hat, dann staunt man schon ein bisschen, wenn der Chef plötzlich Schulze heißt“, meinte er dazu im Fernsehen. Und setzte noch einen drauf, als er dem Rektor der Universität Bern, Urs Würgler, vorwarf, mit der Ehrendoktorwürde für Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) drücke sich eine „irgendwie kriecherische Haltung“ gegenüber den Deutschen aus.

Drohbriefe werden ausgesendet

Allerdings kamen im Club auch Stimmen der Vernunft zu Wort, etwa von Rudolf Strahm, Präsident des Weiterbildungsverbands. Er monierte, dass der eigene akademische Nachwuchs in der Schweiz über Jahrzehnte vernachlässigt worden sei. Würgler sagte, dass gute Niveau der Schweizer Universitäten sei nur durch die internationale Professorenschaft möglich.

Doch die Stimmung gegenüber den Deutschen, die 2009 noch durch forsche Äußerungen des damaligen Finanzministers Peer Steinbrück (SPD) zur Steuerpolitik der Eidgenossen angeheizt wurde, ist schlecht. Schon fünf Anzeigen wegen Drohbriefen gegen Deutsche hat die Polizei in Zürich bekommen. „Die Kugel für Sie steht schon bereit, du elende Deutsche“, heißt es etwa in holperigem Hochdeutsch in einem Brief an eine Frau, die schon seit 30 Jahren in der Schweiz lebt.

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was wiederum beweist, · von gutmensch (2626) · 28.01.2010 22:45 Uhr

daß die rechtsgrotesken (©herbertW) überall nur hass und zwietracht säen und danach trachten die bevölkerung zu entzweien.

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Hass und Zwietracht säen · von stoeffoe (9476) · 29.01.2010 08:26 Uhr

Und noch einmal drängt sich mir bei diesem sprachlichen Bild das Wasser auf.

Das Wasser, das die Saat braucht, um aufzugehen.

Das Wasser, das von euch Gutmenschen geliefert wird.

Indem ihr den echten Rechtsextremen zu viel Bedeutung gebt, und indem ihr die normalen Rechten durch euer maßloses Draufdreschen in die Fänge der Rechtsextremen treibt.

Anstatt der rechtsextremen Saat keine Nahrung zu geben, sodass sie austrocknet bzw. das Wenige das aufgeht leicht zu jäten ist.
Anstatt diese ganze Energie für etwas Positives einzusetzen. Lösungen für die Probleme suchen statt sie verleugnen zum Beispiel.

Der Druck der Rechtsextremen ist nicht durch negativen Gegendruck (Schlechtmachen) in den Griff zu bekommen, sondern nur durch positiven (es besser machen)...

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Amen · von Internerdhoernchen (5032) · 29.01.2010 10:00 Uhr

stoeffoe
Mann trägt gepiercten Schmiss? Oder ziert ein Tatoo den Schmiss?

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Artikel 28. Januar 2010 - 12:42 Uhr
apa/nachrichten.at
Bild vergrößern Schweizer Grenze

Bild: Wodicka

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