ePaper | 
Anmelden
 |  A A A

 
Linz  3°C ·  Reichenau/Mühlkreis  0°C ·  mehr Wetter »
Startseite  > Politik  > Außenpolitik

Türkei will Kurden-Konflikt lösen

Bild vergrößern Ankara will den jahrzehntelangen Konflikt mit den Kurden lösen

Militäreinsätze gegen die Kurden könnten bald Geschichte sein.  Bild: epa

ANKARA. Nach mehr als einem Vierteljahrhundert will die türkische Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan nun den Konflikt mit der kurdischen Minderheit beenden. Die zwölf Millionen Kurden im Land sollen in Zukunft Sprachfreiheit und demokratische Rechte bekommen.

„Mehr Freiheit für alle“ laute das Motto des Regierungsplans zur Beendigung des Kurdenkonflikts, sagte Innenminister Besir Atalay gestern im Parlament von Ankara. Die kurdischen Namen kurdischer Dörfer würden wiederhergestellt, und kurdische Politiker dürften sich in Zukunft in Wahlkampfauftritten wieder in ihrer Sprache an ihre Landsleute wenden, kündigte der Innenminister an. Zurzeit riskieren kurdische Politiker, die bei öffentlichen Auftritten ihre Muttersprache sprechen, ein Gerichtsverfahren. Gleichzeitig sollen Straßenkontrollen im Kurdengebiet verringert und ein unabhängiges Gremium eingerichtet werden, das sich mit Beschwerden der Kurden über die türkischen Sicherheitskräfte befasst.

„Die PKK auflösen“

Auch die Lage im Irak will die Regierung verbessern: Sie will möglichst viele Rebellen der im Irak verschanzten verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) dazu bewegen, die Waffen niederzulegen und in die Türkei zurückzukehren. Auf diese Weise soll die PKK nach und nach aufgelöst werden, so das Ziel.

Innenminister Atalay rief alle Parteien auf, an einer „neuen, pluralistischen und freien Verfassung“ mitzuarbeiten. Diese solle die von den Streitkräften während der Militärherrschaft von 1980 bis 1983 eingesetzte Verfassung ablösen. Abgeordnete der nationalistischen Opposition, die eine frühere Rede Atalays zum Kurdenproblem diese Woche mit Zwischenrufen unterbrochen hatten, hörten dem Innenminister diesmal schweigend zu.

Doch die türkischen Nationalisten werden sich so schnell nicht zufriedengeben. Sie laufen nach wie vor Sturm gegen die Regierungspläne und sprechen von „Landesverrat“. Regierungschef Erdogan kapituliere vor der PKK, tobte die Opposition, die die Regierung weiters beschuldigt, mit ihren Plänen für eine friedliche Beilegung des Kurden-Konflikts das Land teilen zu wollen.

Ahmet Türk, der Chef der protürkischen Partei, machte in seiner Rede deutlich, dass die bisherigen Ankündigungen noch weit davon entfernt sind, für die Kurden eine Lösung zu sein. Die PKK wiederum bezeichnete den Vorstoß zur Lösung der kurdischen Frage nur als einen weiteren, diesmal verschleierten Versuch zur „Liquidierung der PKK“. Wenn der Regierung an einem ehrlichen Kompromiss gelegen sei, müsse sie PKK-Chef Abdullah Öcalan aus dem Gefängnis entlassen und als Verhandlungspartner akzeptieren.

1 Kommentare
Endlich! · von unbekannt · 15.11.2009 02:18 Uhr

Sehr gut! Weiter so. Wer sagt, dass mehr Freiheit für alle das Motto ist, der kann nicht falsch liegen. Egal was in der Vergangenheit passiert ist.
Ein dauerhafter Frieden ist immer eine gute Lösung und ein sehr gutes Ziel.

 

Weitere Artikel aus Außenpolitik
Grafik Schulden Deutschland
BERLIN. Mit einem Rekordschuldenberg soll am Freitag der deutsche Bundeshaushalt beschlossen werden. Die Opposition ist erzürnt. ...   mehr mehr
Übergabe muss zeitgleich und in Iran erfolgen
Der Iran lenkt im Atomstreit ein. Teheran ist nach eigenen Angaben zu einem Austausch von leicht angereichertem Uran bereit. Für 1.200 Kilogramm Uran mit niedrigem Anreicherungsgrad von 3,5 Prozent wolle sein Land für den Forschungsreaktor in Teheran 120 ...   mehr mehr
Zuvor Besuch in Kairo absolviert
Die EU-Außenbeauftragte Ashton besucht am Mittwoch im Rahmen ihrer ersten Nahost-Reise Israel. Geplant ist u.a. ein Treffen mit Außenminister Lieberman. Am Nachmittag besucht sie den palästinensischen Präsidenten Abbas im Westjordanland.   mehr mehr
Neuen Kommentar schreiben

Betreff / Kommentartitel
Kommentartext:

Sie dürfen noch Zeichen als Text schreiben

  Für nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken.

Um sich registrieren zu können müßen Sie uns mindestens einen Benutzernamen, ein Passwort und Ihre E-Mail - Adresse mitteilen.
Gewünschter Benutzername

Gewünschtes Passwort

Wiederholung Passwort

E-Mail

OÖNcard


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 1 + 2? : 


Zuletzt kommentiert    mehr »
  • bist vom Tanzen
    von Fensterputzer, 17.03.2010 23:23 Uhr
    schon recht müde, gell? D'rum brauchst wahrscheinlich auch solche sogenannten "walks".
  • @ krane:
    von ChristophHippmann, 17.03.2010 23:06 Uhr
    kannst ja hier mal deine e-mail adresse posten, dann sende ich dir gerne das gesamt-konzept zu....
  • siehe
    von username, 17.03.2010 23:03 Uhr
    http://bombenbergung.at/upload/files/luftbilder/450508_linz_industrie.jpg
  • citywalk
    von ChristophHippmann, 17.03.2010 23:02 Uhr
    @ autochthoner: mein lieber freund, es regnet in Österreich, das wäre mir neu, und schnee in wels......
  • Sorry!
    von fko, 17.03.2010 22:55 Uhr
    Ein kleines fehlendes "nicht" muss ich noch nachreichen. Danke!
  • Mit Sicherheit!
    von fko, 17.03.2010 22:53 Uhr
    Klar hält das der LH aus! Das ändert aber nichts am katastrophalen Sittenbild, das in dieser SPÖ...
 
 
 
Anzeigen:  Karriere · Immobilien · Motormarkt · Reisemarkt · Servicemarkt · Anzeigen A-Z · Kontakte · Trauer · Glückwünsche · Inserieren