Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Montag, 23. Oktober 2017, 15:16 Uhr

Reichenau im Mühlkreis: 7°C Ort wählen »
 
Montag, 23. Oktober 2017, 15:16 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Politik  > Außenpolitik

"Wir brauchen Freunde": Putin geht auf den Westen zu

MOSKAU. Russlands Staatschef bietet in der Rede an die Nation dem neuen US-Präsidenten Trump "Zusammenarbeit auf Augenhöhe" an.

"Wir brauchen Freunde" Putin geht auf den Westen zu

"Wir haben nur ein Russland": Wladimir Putin rief seine Landsleute zu Einigkeit in schweren Zeiten auf. Bild: Reuters

Freundschaft ja, Einmischung nein: Der russische Staatschef Wladimir Putin hat in seiner 13. Rede an die Nation versöhnliche Töne angeschlagen. Er ist darin auf den Westen zugegangen und hat dem neuen US-Präsidenten Donald Trump "Zusammenarbeit auf Augenhöhe" angeboten. Es sei wichtig, "bilaterale Beziehungen auf einer gleichberechtigten und für beide Seiten förderlichen Basis zu entwickeln".

Sein Land wolle "mit niemandem eine Konfrontation", sagte er gestern im Georgssaal im Kreml. "Wir suchen nicht und haben niemals nach Feinden gesucht. Wir brauchen Freunde." Es gehe um die "gemeinsame Verantwortung, internationale Sicherheit und Stabilität".

Zugleich machte Putin in seiner Rede vor 1000 ausgewählten Zuhörern aber auch klar, wo Freundschaft endet: Russland werde eine "Missachtung seiner nationalen Interessen nicht dulden". Versuche, die "strategische Parität" aufzubrechen, seien "gefährlich und könnten zu einer "globalen Katastrophe" führen.

"Die Industrie wächst leicht"

Der Kreml hat wiederholt vor so genannten "farbigen Revolutionen" gewarnt, die laut Moskau von den USA geschürt werden, um die Machtverhältnisse in Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion wie in der Ukraine zu ändern.

Im wirtschaftspolitischen Teil seiner Rede sagte Putin, die Schrumpfung in der Realwirtschaft sei zu Ende, es gebe sogar ein "leichtes Wachstum der Industrie". Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts dürfte für 2016 um die 0,2 Prozent liegen. 2015 lag das Minus demnach bei 3,7 Prozent – wegen der gesunkenen Ölpreise und westlicher Sanktionen gegen Russland, wegen der Ukraine-Krise.

"Einigkeit in schweren Zeiten"

Der russische Präsident hat seine Landsleute zudem zu "Einigkeit in schweren Zeiten" aufgerufen. "Russland muss viele Probleme bewältigen, aber die Bürger haben sich um patriotische Werte zusammengeschlossen."

"Wir sind ein geeintes Volk und haben nur ein Russland", betonte Putin weiter. Er erinnerte an den bevorstehenden 100. Jahrestag der Oktober-Revolution. "Wir wissen alle, welche Folgen große Erschütterungen haben", sagte der Kremlchef. Die russische Gesellschaft dürfte sich nicht "durch Verbitterung spalten" lassen.

Kommentare anzeigen »
Artikel 02. Dezember 2016 - 00:04 Uhr
Weitere Themen

Norditaliener stimmten für mehr Autonomie, Rom will verhandeln

ROM. Während Europa mit Sorge die Entwicklungen in Katalonien beobachtet, wollen zwei wohlhabende ...

Präsident Macri bei Teil-Parlamentswahl in Argentinien gestärkt

BUENOS AIRES. Die konservative Regierung des argentinischen Präsidenten Mauricio Macri hat bei der ...

"Fast 50 Jahre EU-Mitgliedschaft beendet man nicht in zwei Jahren"

LINZ. Die britische Politologin Melanie Sully im OÖN-Interview über schleppende Brexit-Verhandlungen und ...

Regierungen in Madrid und Barcelona treiben ihren Konflikt auf die Spitze

MADRID/BARCELONA. Spanien will separatistische Regionalregierung entmachten, Katalanen sprechen von "Putsch".

Präsident Zeman beauftragt Wahlsieger Babis mit der Regierungsbildung

PRAG. Tschechien steht nach der Parlamentswahl vor schwierigen Koalitionsverhandlungen.
Meistgelesene Artikel   mehr »
Bitte Javascript aktivieren!