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Türkei:Wer steckte hinter dem Putsch?

ANKARA. Mammutprozess in Ankara: 486 Angeklagte stehen seit Dienstag vor Gericht.

Türkei:Wer steckte hinter dem Putsch?

Die Verhafteten wurden in den eigens gebauten Gerichtssaal geführt. Bild: Reuters

In der Türkei hat gestern ein Mammutprozess zum gescheiterten Militärputsch vor einem Jahr begonnen. Fast 500 mutmaßliche Putschisten sind vor einem Gericht bei Ankara des versuchten Sturzes von Präsident Erdogan angeklagt und müssen sich vor allem wegen der Ereignisse auf dem Luftwaffenstützpunkt Akinci verantworten, von dem aus der Putschversuch koordiniert worden sein soll.

Der Prozess findet unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen in einem speziell erbauten Gerichtssaal des Gefängnisses von Sincan statt. Die Staatsanwaltschaft will eine Täterschaft der Gülen-Bewegung nachweisen. Fethullah Gülen, ein in den USA lebender Prediger, soll den Putsch vom 15. Juli 2016 befohlen, seine Anhänger sollen ihn ausgeführt haben. Dieser bestreitet vehement jede Verwicklung in den versuchten Putsch. Auch westliche Geheimdienste gehen freilich davon aus, dass es die "Gülen-Terrororganisation" gar nicht gibt. Viele der Angeklagten galten bisher als klassische säkulare Kemalisten, nicht jedoch als fromme Gülenisten.

Wird der Prozess nun die Wahrheit an den Tag bringen? Nach allem, was in türkischen Medien von den Ermittlungen durchgesickert ist, muss man diese Frage verneinen. Beobachter sind sich sogar sicher, dass es ein rein politisch-motivierter Schauprozess wird, der den Hergang des versuchten Putsches für die Geschichtsbücher ins ideologisch rechte Licht rückt.

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Artikel 02. August 2017 - 00:04 Uhr
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