Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Dienstag, 19. Juni 2018, 16:18 Uhr

Linz: 25°C Ort wählen »
 
Dienstag, 19. Juni 2018, 16:18 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Politik  > Außenpolitik

Trump entlässt US-Außenminister Tillerson

WASHINGTON. Der derzeitige CIA-Direktor Mike Pompeo soll neuer Außenminister der USA werden und den bisherigen Amtsinhaber Rex Tillerson ablösen. Die Liste der Rücktritte und Entlassungen unter Trump ist lang. Auch Staatssekretär Steve Goldstein muss seinen Posten im Außenministerium verlassen.

Rex Tillerson  Bild: Reuters

Das kündigte Präsident Donald Trump am Dienstag auf Twitter an. Tillerson soll laut CNN erst durch den Tweet von seinem eigenen Abgang erfahren haben. 

Als Nachfolgerin von Pompeo ernannte Trump dessen Stellvertreterin Gina Haspel, die somit als erste Frau an der Spitze des US-Auslandsgeheimdienstes stehen wird.

Der derzeitige CIA-Direktor Mike Pompeo werde einen "fantastischen Job" machen, schrieb Trump. Er bedankte sich zugleich bei Tillerson. Der Präsident will zudem Gina Haspel zur neuen CIA-Direktorin machen. Beide Posten müssen vom Senat bestätigt werden. Washington. Im vergangenen Jahr hatte es immer wieder Spekulationen über einen Rücktritt Tillersons gegeben. Der 65-Jährige dementierte dies aber stets. Unklar blieb am Montag zunächst, ob Trump ihn dazu gedrängt hatte, den Posten aufzugeben, oder ob der gebürtige Texaner auf eigenen Wunsch geht.

"Kehre ins Privatleben zurück"

US-Außenminister Rex Tillerson hat nach seinem Rauswurf angekündigt, jetzt "ins Privatleben" zurückzukehren. Er werde noch am Dienstag die Amtsgeschäfte an seinen Stellvertreter John Sullivan übergeben und bis zu seinem endgültigen Ausscheiden Ende März mit seinem designierten Nachfolger bei der Amtsübergabe zusammenarbeiten, sagte Tillerson in Washington weiter.

Er nannte die Fortschritte in der Korea-Politik als eine der größten Errungenschaften seiner wenig mehr als ein Jahr dauernden Amtszeit.

Zusammenhang mit Nordkorea-Gipfeltreffen?

Seine Ablösung könnte in Zusammenhang mit Trumps Plan für ein Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un stehen. Vor dem Treffen habe der Präsident seine Mannschaft neu aufstellen wollen, verlautete aus Regierungskreisen in Washington.

Tillerson hatte immer wieder Positionen vertreten, die sich von denen Trumps unterschieden, etwa im Hinblick auf den Konflikt mit Nordkorea. Am Montag schloss er sich der Schlussfolgerung der britischen Regierung an, wonach Russland "wahrscheinlich" für den Giftanschlag auf einen russischen Ex-Doppelagenten in England verantwortlich ist. Kurz zuvor hatte das Weiße Haus es noch abgelehnt, sich dieser Lesart anzuschließen.

Die Entwicklung reiht sich in eine Serie zahlreicher Personalwechsel in den vergangenen Monaten ein. In der vergangenen Woche hatte Trumps Wirtschaftsberater Gary Cohn angekündigt, er werde das Weiße Haus verlassen.

 

 

Auch Staatssekretär im US-Außenministerium muss gehen

Nach Außenminister Rex Tillerson muss auch Staatssekretär Steve Goldstein seinen Posten in dem Ministerium verlassen. Er sei gefeuert worden, verlautete am Dienstag aus dem Weißen Haus. Goldstein erklärte daraufhin, Trump habe vor seiner Entscheidung nicht mit Tillerson gesprochen. "Der Minister hatte die volle Absicht, im Amt zu bleiben", teilte er mit.

Der Aderlass - Rücktritte und Entlassungen unter Trump

Seit dem Amtsantritt Donald Trumps hat es im Apparat der US-Regierung viele Personalwechsel und Rücktritte gegeben. Eine Auswahl:

Sally Yates, 30. Januar 2017: Trump feuert die amtierende Justizministerin und Chefanklägerin, offiziell vor allem wegen ihres Widerstandes gegen seine Einwanderungspolitik.

Michael Flynn, 13. Februar: Nach nur 23 Tagen im Amt tritt Trumps nationaler Sicherheitsberater zurück. Er ist in die Russland-Affäre über eine etwaige Wahlbeeinflussung verstrickt.

James Comey, 9. Mai: Trump feuert den FBI-Chef, eine folgenreiche Sensation. Die Russland-Affäre nimmt immer weiter Fahrt auf.

Mike Dubke, 30. Mai: Nach nur drei Monaten im Amt wirft der Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses hin.

Walter Shaub, 6. Juli: Der Direktor des unabhängigen Büros für Regierungsethik gibt entnervt auf.

Sean Spicer, 21. Juli: Als sein Präsident ihm Anthony Scaramucci als Kommunikationsdirektor vorsetzen will, mag Trumps Sprecher nicht mehr und geht.

Michael Short, 25. Juli: Auch der stellvertretende Pressesprecher tritt zurück.

Reince Priebus, 28. Juli: Trumps Stabschef verlässt seinen Posten. Er sagt, freiwillig. Andere sagen, Trump habe ihn gefeuert.

Anthony Scaramucci, 31. Juli: Erst zehn Tage zuvor zum Kommunikationsdirektor bestallt, ist der Ex-Wallstreet-Banker seinen Posten schon wieder los.

Steve Bannon, 18. August: Trumps Chefstratege und früherer Wahlkampfchef verlässt das Weiße Haus.

Dina Powell, 8. Dezember: Die Vize-Sicherheitsberaterin kündigt ihren Rückzug an. Die Ex-Investmentbankerin sagt, sie gehe in gutem Einvernehmen.

Hope Hicks, 28. Februar 2018: Die Kommunikationschefin und enge Trump-Vertraute teilt mit, sie werde das Weiße Haus in den nächsten Wochen verlassen.

Gary Cohn, 6. März: Trumps Wirtschaftsberater kündigt seinen Rückzug an. Er war gegen die von Trump angedrohten Strafzölle.

Rex Tillerson, 13. März: Trump verkündet auf Twitter, dass der Außenminister seinen Posten räumt. Spekulationen gab es schon länger.

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at/apa 13. März 2018 - 17:42 Uhr
Mehr Außenpolitik

Europa plant offenbar Riesen-Lager in Nordafrika

MÜNCHEN. Der Chef der deutschen Grünen, Robert Habeck, hat von Innenminister Horst Seehofer (CSU) genannte ...

Macron weist Burschen zurecht: "Nenn mich Präsident"

PARIS. Wenig Verständnis hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron für einen jugendlichen Fan am Rande ...

Neue Strafzölle: China wirft USA "Erpressung" vor

PEKING. Nach neuen Drohungen von US-Präsident Donald Trump bewegen sich China und die USA auf einen ...

Nordkoreas Machthaber Kim in Peking

PEKING/SEOUL/WASHINGTON. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un besucht Peking.

US-Präsident schaltet sich nun in deutschen Asylstreit ein

WASHINGTON. Trump:"Menschen in Deutschland wenden sich gegen ihre Regierung".
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS
Bitte Javascript aktivieren!